Mahlberg Rekord-Glimmstängel neu verpackt

Museumsleiter Patrick Benz (links) und Wolfgang Ohnemus, der Vorsitzende des Tabakmuseum-Förderkreises, mit der weltgrößten Zigarette, die seit 1986 im Guinness-Buch der Rekorde steht und nun eine neue Acrylhülle erhalten hat.     Foto: Masson Foto: Lahrer Zeitung

Das Oberrheinische Tabakmuseum ist nicht gerade arm an Kuriositäten. Jetzt ist in Mahlberg die weltgrößte Zigarette neu verpackt worden.

Mahlberg. Das Beruhigende daran: Sie ruht nun in einer großen, schützenden Plexiglashülle. Es ist eine Sonderanfertigung, denn die legendäre Zigarette ist mit genau 3,47 Metern Länge geradezu riesig und enthält dabei 39,5 Kilo echten Rauchtabak. Ihr Inhalt entspricht rund 6240 handelsüblichen Zigaretten oder 312 Schachteln. "Gedreht" hatte sie 1984 der damals junge Mahlberger Martin Gässler, um sich damit einen Platz im Guinness-Buch der Weltrekorde sichern. Und darin taucht die Mammut-Zigarette von 1986 bis heute tatsächlich jährlich auf – nach all den Jahren ist sie immer noch die weltweit größte.

40 Stunden hatte Gässler gebraucht, das Unikum mit entsprechend verstärktem Zigarettenpapier herzustellen. Das Rekordstück braucht mindestens zwei Träger beim Transport, besser mehr –­ denn brechen oder auskrümeln darf es nicht. Deshalb wurde die Super-Zigarette seit der Eröffnung des Tabakmuseums 1992 möglichst wenig bewegt und fand ihre bleibende Heimat in der Zigarettenabteilung im neu geschaffenen Keller unter dem Tabakschopf.

Das Museum punktet dort ohnehin mit einer einzigartigen Sammlung historischer Zigarettenschachteln (samt Inhalt), die bis in die 1920er-Jahre zurückreicht, mit Marken wie Zuban, Juno, Overstolz, Eckstein – Letztere damals in Dreierpäckchen erhältlich.

Förderkreis bringt 2400 Euro auf

Eine Extra-Vitrine beherbergt zudem einstige DDR-Marken, vom kratzigen Juwel bis zu F 6, Cabinet und Club. Die kulturgeschichtliche Schachtelsammlung dürfte dank zahlreicher Mitbringsel von vielen Urlaubern auch international seinesgleichen suchen.

Zurück zur Weltrekord-Zigarette: Sie hat nun eine durchsichtige Acryl-Plastikumhüllung bekommen. Diese musste als Einzelstück passgenau angefertigt werden, ebenso wie eine Spezialaufhängung für die nun erstmals schräg unter der Decke schwebende Präsentation. 2400 Euro hat das gekostet, finanziert vom rührigen Förderkreis des Museums. Da Erschaffer Gässler seinen Monster-Glimmstängel einst mit Reval-Emblem versehen hatte, steht jetzt gleich daneben eine Puppen-Dame mit originalem Hostessen-Werbekostüm derselben Marke aus den 1960er-Jahren.

Selbst Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) hätte an den 40 Kilogramm Tabak lange zu rauchen gehabt. Doch er bevorzugte ohnehin eine andere Sorte, wie eine von ihm zu Lebzeiten eigenhändig signierte Schachtel mit Menthol-Zigaretten im Museum beweist.

Nach der Winterpause öffnet das Oberrheinische Tabakmuseum in Mahlberg (Rathausplatz 7) am 1. Mai wieder seine Pforten. Es ist dann jeden Sonn- und Feiertag für seine Besucher da, für Gruppen und individuelle Führungen auch darüber hinaus. Zwei dicke Gästebücher verzeichnen bislang übrigens ausschließlich begeisterte Besucher, darunter übrigens meist Nichtraucher – von Senioren bis zu Schulkindern.

Weitere Informationen: www.tabakmuseum-mahlberg.de

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