Mahlberg Mut und Mühen haben sich gelohnt

Mahlberg. Dirigent Rüdiger Müller hat den Musikverein Mahlberg zu Höchstleistungen angespornt. Am Samstagabend wurde klar: Die Mühen und vielen Proben für das Frühjahrskonzert hatten sich bezahlt gemacht. Das Orchester spielte auf durchweg hohem Niveau, was das Publikum in der vollbesetzten Stadthalle mit langanhaltendem Applaus honorierte.

Die sinfonische Blasmusik kam gut an, bei der Auswahl der Musik hatten Dirigent Müller und das Orchester Mut bewiesen. Zu hören waren anspruchsvolle Stücke von modernen Komponisten, die die Ansagerin Incvi Bozkaya unter das Thema "Natur" zusammenfasste.

Die Begrüßung mit "Fanfara e Danza" war schwung- und temperamentvoll. Unbestrittener Höhepunkt des ersten Teils war das Zusammenspiel von Solistin Ellen Förster mit dem Orchester beziehungsweise der Klavier- mit der Blasmusik.

Viel Applaus für Ellen Förster

Diese ungewöhnliche Kombination und das sehr anspruchsvolle Stück an sich forderten ein extrem präzises Spiel: Die Musiker hatten mehrere schnelle Stilwechsel von Klassik, Jazz, Dixie, Big Band Orchestra à la James Last und Swing zu bewältigen, die die Solistin am Klavier einleitete.

Als Zuhörer war man hin- und hergerissen zwischen beschwingten Takten, tänzelnden Klängen und nachdenklich anmutender Klassik. Für diese außergewöhnliche Leistung gab es minutenlangen Beifall. Ein Höhepunkt im Höhepunkt war das Solo von Ellen Förster.

Nach der Pause ging es 15 Millionen Jahre in der Zeit zurück, als ein Meteorit in Steinheim einschlug. Der Beginn in "Meteoritmo" war verstörend kurz, mit einer unangenehm wirkenden Dissonanz. Nach dem Moment der vernichtenden Ruhe regte sich aber (musikalisch) das Leben, die Natur eroberte den Krater wieder. Die ersten Pflänzlein wuchsen gen Himmel, Tiere kamen zurück. Am Ende stellten die Musiker mit ihren Registern und Instrumenten ein höchst lebendiges und wuseliges Naturparadies dar.

Das Schlagwerk war beim Frühjahrskonzert mehr gefragt als sonst. Pauken, Xylophon und weitere Instrumente setzten etwa bei "Hymn to the infinite Sky" markante Akzente.

Zum Schluss des Konzerts gab’s eine musikalische Liebeserklärung an die Heimat mit ihren Rebbergen: "The Grapes of the Sun" war ursprünglich eine Auftragskomposition für die Jubiläumsfeier der WG Tuniberg am Kaiserstuhl – passte aber auch hervorragend zum hiesigen Landschaftsbild. Thema war die Arbeit in den Weinbergen, die mit einem guten Wein belohnt und gefeiert wird. Ungewöhnlich war dabei die Szene einer Gruppe feiernder Menschen inmitten des Orchesters, die mit Rotwein anstießen, während die Musiker eine fröhliche Festgemeinschaft darstellten.

Als Zugabe gab es das ruhige Stück "Sweet Lullaby", das Ellen Förster am Steinway-Flügel und das Orchester gemeinsam darboten.

Zwischen den Stücken ehrte die Vorsitzende Tanja Lehmann verdiente Mitglieder, die sich auch viele Jahre im Vorstand engagiert hatten:

Ernennung zu Ehrenmusikern des Musikvereins für 50 Jahre: Clemens Küntzler und Hermann Kopf

Goldene Ehrennadel vom Musikverband für 40 Jahre: Marcel Weber

  • Bewertung
    2