Mahlberg Mahlberg ächzt unter XXL-Fracht

In den Ortsdurchfahrten von Mahlberg und Orschweier ist ohnehin nicht viel Platz. Wenn Schwerlastverkehr durchrollt, wird es auf der Straße richtig eng. Foto: Archiv: Masson

Mahlberg - Die Mahlberger sind es mittlerweile gewohnt, dass ihre Straßen regelmäßig unter der tonnenschweren Fracht riesiger Lastwagen erzittern. Doch vier XXL-Transporte in zwei Monaten sind auch ihnen zu viel.

 

Die überbreiten Tieflader kommen aus Richtung Süden und sollen dem Vernehmen nach Teile zum Allmannsweierer Tunnelbohr-Spezialisten Herrenknecht liefern. Dabei ist der letzte Teil ihrer Reise für die Straßen-Giganten wohl der kniffligste: In Ettenheim verlassen sie die Autobahn, fahren auf die L 103, um dann auf Höhe des Gewerbegebiets Bengst auf die Kreisstraße (K 5345) Richtung Orschweier und Mahlberg abzubiegen. Dort wird es richtig eng. Mahlbergs Bürgermeister Dietmar Benz weiß aus Erfahrung um die Herausforderungen, die speziell in der Eisenbahnstraße warten: "Das ist jedes Mal Millimeterarbeit."

So dürften die Lastwagenfahrer nicht nur angesichts der tropischen Temperaturen in der Region ins Schwitzen kommen: In der Zeit vom 19. Juli bis 18. September haben sich vier Schwertransporte mit einem Gesamtgewicht von 95 Tonnen im Stauferstädtchen angekündigt. Benz hat damit aus zweierlei Gründen ein Problem: "Auf der einen Seite sind das viele Fahrten dicht hintereinander, auf der anderen Seite sind zwei Monate ein doch recht vager Zeitraum, um sich auf die Transporte einzustellen."

Rein rechtlich gibt es an der Planung nichts zu beanstanden. Theoretisch dürften die Schwertransporte sogar über einen Zeitraum von drei Monaten beantragt werden, wie Kai Hockenjos, Pressesprecher des Landratsamts, auf Nachfrage der Lahrer Zeitung erklärt: "Eine genauere Planung hängt von vielen Faktoren ab, wie Wetter, Baustellen, Staus oder Fahrzeugausfälle, und ist deshalb nicht tagesgenau möglich."

Dass die Orsch­weierer und Mahlberger zwischenzeitlich schwerlast-erprobt sind, macht es für Benz nicht besser: "Ich halte es nach wie vor für kritikwürdig, vor allem wenn ich die Auswirkungen auf den Einzelhandel sehe." 96 Stunden bevor die Kolosse durch die Ortschaften rollen, werden Schilder aufgestellt, die das Halten entlang der Strecke untersagen – und zwar für den gesamten Transporttag. Die von Hockenjos bereits ins Feld geführten Unwägbarkeiten beim Zeitmanagement will Benz nicht gelten lassen: "Die LKW haben den Ort nach einer halben Stunde wieder verlassen, aber vor den Geschäften darf stundenlang nicht geparkt werden. Das muss besser zu planen sein."

Doch weshalb lotst man den Schwerlastverkehr überhaupt über die nachrangige Kreisstraße? Hockenjos: "Grundsätzlich werden Transporte dieser Art über Bundesautobahnen und Bundesstraßen abgewickelt." In diesem Fall jedoch sei die Fahrt über die A 5 aufgrund der Baustelle zwischen Ettenheim und Lahr nicht möglich. Die maximale Durchfahrtsbreite betrage dort derzeit 5,50 Meter, der Transport habe eine Breite von sechs Metern. Aus diesem Grund scheide auch die Alternativ-Route über die B 3 aus. Der Knackpunkt: die Kippenheimer Ortsdurchfahrt mit einer Maximalbreite von 5,80 Metern.

Ob die Kreisstraße vom regelmäßigen Giganten-Besuch Schäden davonträgt, "werden wir nicht nachweisen können", sagt Rathauschef Benz. Er hegt zumindest Zweifel, dass Fahrbahndecke und Unterbau der Ortsdurchfahrt solch extremen Belastungen gewachsen sind: "Die Häufigkeit von Wasserrohrbrüchen in der Eisenbahnstraße ist schon auffällig." Das Landratsamt teilt zur Frage nach möglichen Folgeschäden lediglich mit, dass dafür die Straßenmeisterei Lahr zuständig und in die Planungen involviert gewesen sei.

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