Mahlberg "Löwen" ist nicht mehr zu retten

Mahlberg - Der Schaden, den das Feuer im Mahlberger "Löwen" verursacht hat, ist deutlich höher als bislang gedacht – die Polizei spricht von einem "Totalschaden". Die Brandursache dürfte im Dunkeln bleiben, angezündet wurde das Gebäude wohl aber nicht. Noch warten die Beamten des zuständigen Polizeipostens in Ettenheim auf den Abschlussbericht des Sachverständigen. Eine eindeutige Aussage, warum es am Pfingstsonntag zu dem verheerenden Feuer im Mahlberger Ortskern kam, ist laut Yannik Hilger aber nicht zu erwarten. "Bei starker Brandzehrung lässt sich die Ursache im Nachhinein oft nicht mehr mit Sicherheit ermitteln", erklärt der Polizeisprecher auf LZ-Nachfrage. So wohl auch in diesem Fall. Eine wichtige Erkenntnis gibt es aber: "Nach aktuellem Stand deutet nichts auf vorsätzliche Brandstiftung hin."

Als sicher gilt, dass das Feuer gegen die Mittagszeit in einem benachbarten Schuppen ausbrach und von dort auf den Dachstuhl des historischen Gasthauses übergriff. Den Schaden, den die Flammen anrichteten, bezifferte die Polizei bislang auf eine Million Euro. "Diese Zahl wurde mittlerweile nach oben korrigiert", berichtet Hilger – und zwar auf das Doppelte. Die Menschen, die in dem Fachwerkhaus lebten, blieben allesamt unverletzt, eine Rückkehr in ihr Zuhause ist indes nicht möglich. "Das Gebäude ist unbewohnbar und wohl auch nicht mehr zu retten, die Kollegen in Ettenheim sprechen von einem Totalschaden", so Hilger.

Bürgermeister Dietmar Benz bestätigte gegenüber der LZ, dass es wohl auf einen Abriss hinauslaufen wird. "Nach meinem Kenntnisstand plant der Eigentümer den kompletten Abbruch und den Wiederaufbau des Gebäudes." Der Denkmalschutz, unter dem die frühere Gaststätte einst stand, sei zwischenzeitlich aufgehoben worden. Allerdings gelte es bei einem Neubau freilich, die Stadtgestaltungssatzung zu beachten. Die Untersuchung durch einen Statiker hat laut dem Rathauschef ergeben, dass das Haus nach wie vor standsicher ist. Aus Sicherheitsgründen werde die halbseitige Straßensperrung, die die Stadt nach dem Brand eingerichtet hat, aber bis auf Weiteres beibehalten. Benz: "Wir wollen kein Risiko eingehen."

Stadt schüttet 9500 Euro als Soforthilfe aus

Als unmittelbare Reaktion auf das Feuer zapfte die Stadt ihren Hilfsfonds an. Diesen hatte der im Jahr 2014 verunglückte Lukas Gänshirt vor zwei Jahren initiiert und mit fast 30 000 Euro gefüllt. Geld, das einst ihm gespendet worden war und von dem nun die elf "Löwen"-Bewohner profitierten. Pro Wohnung gab es 1000, für eine Familie mit Kind 1500 Euro. Insgesamt schüttete die Stadt so innerhalb von zwei Tagen 9500 Euro aus. Auch die Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung ist groß. Auf dem Spendenkonto, das nach dem Brand eingerichtet wurde und weiter geöffnet ist (siehe Info) liegen nach Angaben der Stadtverwaltung mehr als 2300 Euro. Diese Summe soll ebenfalls an die Geschädigten ausbezahlt werden. "Einige hatten wohl keine Hausratversicherung abgeschlossen, da hilft jeder Cent", so Benz. Der Bürgermeister geht davon aus, dass alle Bewohner mittlerweile eine neue Bleibe gefunden haben. Jene, die die Stadt um Hilfe bei der Vermittlung einer Wohnung gebeten hatten, habe man "im Rahmen unserer Möglichkeiten" unterstützt.

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