Mahlberg Leerstand seit fast zwei Jahren

Das Erdgeschoss des Gebäudes in der Stauferstraße 2 in Mahlberg ist seit Monaten größtenteils verwaist. Im oberen Teil des Hauses befinden sich Wohnungen. Foto: Bender

Mahlberg - Seit dem Auszug der Sparkasse stehen die Gewerberäume in der Stauferstraße 2 in Mahlberg leer – also seit fast zwei Jahren. Offenbar hält sich das Interesse in Grenzen, auch die Stadt winkt ab.

"Büro- oder Praxisfläche in attraktiver Lage im Herzen von Mahlberg zu vermieten" – damit versucht die Ettenheimer Maklerfirma GFA-Immobilien auf einschlägigen Internetportalen, einen Nachmieter für die Räumlichkeiten zu finden, die die Sparkasse Ende 2017 verlassen hat. Bislang erfolglos. "Weil der Mietvertrag mit der Sparkasse noch lief, sind wir erst vor etwa einem halben Jahr aktiv in die Vermarktung eingestiegen", erklärt GFA-Immobilien-Geschäftsführer Michael Rascher im Gespräch mit der LZ. "Allerdings muss man natürlich klar sagen, dass der Markt von Büroräumen in Mahlberg schwieriger ist als etwa in Freiburg." Es habe schon einige Anfragen gegeben, ernsthaftes Interesse indes noch nicht.

Insgesamt fast 180 Quadratmeter Nutzfläche stehen im Erdgeschoss des Hauses zur Verfügung. Der Großteil, nämlich 110, in der ehemaligen "Kassenhalle". Dazu kommen zwei Büros sowie Sozial- und Abstellräume im rückwärtigen Gebäudeteil. Zudem ein Keller, der als Lager oder Archiv genutzt werden könnte, nochmals 45 Quadratmeter.

Wer sich durch die Bildergalerie der Online-Anzeige klickt, könnte meinen, die Bankmitarbeiter wären gestern erst gegangen: Stühle, Tische, Schalter, sogar ein Tresor sind auf den Fotos zu sehen. Der Anbieter wirbt mit "einigen hochwertigen Einbauten", die teilweise übernommen werden könnten. Auch Umbaumaßnahmen seien auf Wunsch des neuen Mieters möglich. So könnte der große Schalterraum in mehrere kleinere Büros aufgeteilt werden, wird in der Anzeige vorgeschlagen. Allerdings wäre dies wohl mit Mehrkosten verbunden. Im Ist-Zustand wird eine Monatsmiete von 1100 Euro aufgerufen, zuzüglich 200 Euro Nebenkosten. Drei Stellplätze gehören zu den Gewerbeflächen, die jeweils mit weiteren 15 Euro zu Buche schlagen.

Wohnungen derzeit wohl keine Option

Natürlich ist der lange Leerstand in dem schmucken Fachwerkhaus in direkter Nachbarschaft zu den Rathaus-Gebäuden auch der Stadtverwaltung nicht verborgen geblieben. Ein eigenes Interesse besteht laut Bürgermeister Dietmar Benz nicht: "Bei der Stadt gibt es keine Überlegungen, die Fläche zu übernehmen, wir sind räumlich gut aufgestellt." Allerdings hat der Rathauschef schon versucht, bei der Vermittlung der Immobilie zu helfen, über das Netzwerk der Ortenauer Wirtschaftsregion. Ebenfalls ohne Erfolg. "Das Interesse an Büroräumen ist derzeit nicht gerade riesig", stellt auch Benz fest.

Anders sieht es freilich auf dem boomenden Wohnungsmarkt aus. Wäre es für die Eigentümer – nach LZ-Informationen eine Unternehmerfamilie aus der Region – nicht denkbar, wie im oberen Teil des Hauses schon vor längerer Zeit geschehen, auch im Erdgeschoss Wohnungen einzurichten? Benz glaubt nicht daran. "Wir wissen aus eigener Erfahrung, dass ein solcher Umbau mit hohen Kosten verbunden ist. Ein mittlerer sechsstelliger Betrag wäre da schnell weg."

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