Mahlberg Lebensfreude durch und durch – auch mit 95

Amalia Schandelmeier wird heute 95. Foto: Masson Foto: Lahrer Zeitung

Mahlberg. Körperlich und geistig fit feiert Amalia Schandelmeier am heutigen Dienstag ihren 95. Geburtstag. Viele Mahlberger werden das mit Freude vernehmen.

 

In Reichenbach kam Amalia als Tochter von Pauline und Heinrich Berger 1923 auf die Welt, besuchte dort die Volksschule. Eine Schwester starb früh, eine weitere war schon 1930 in die USA ausgewandert. Als dann der Vater starb, kurz nachdem der einzige Bruder im Krieg gefallen war, lastete auf der jungen Frau eine besondere Verantwortung, die Mutter zu unterstützen. Schon mit 14 Jahren arbeitete sie in einer Zigarrenfabrik. Zudem lief sie nicht selten von Reichenbach über den Schönberg nach Prinzbach, um ihrer Großmutter auf dem großen Bauernhof zu helfen. Dennoch sagt die Jubilarin heute: "Ich selbst habe den Krieg gut überstanden."

1947 lernte Amalia ihren späteren Mann Karl Schandelmeier kennen – im Zug. Der junge Friseur aus Mahlberg war Berufspendler, sie auf Verwandtenbesuch. Kurz darauf traf man sich ausgerechnet am Bahnhof wieder. 1948 wurde in Reichenbach geheiratet, wo das junge Paar zunächst auch wohnte. Als sie später nach Mahlberg gezogen waren, galt es für die Jubilarin, sich um ihren pflegebedürftigen Schwiegervater zu kümmern, auch ihre Mutter holte sie zu sich. Die Eheleute waren ab 1969 Arbeitskollegen zusammen bei der Firma Jaso in Kippenheim. Auch in ihrem großen Garten klappte die Zusammenarbeit gut. Ihr Mann bleibt Amalia Schandelmeier als geschäftig und sparsam in Erinnerung. Sie selbst sei immer ein lebensfroher Mensch gewesen und sei es bis heute, sagt ihr Sohn Heinz, die Mutter bestreitet es nicht.

Sie hat früher viel gemalt liest bis heute gerne. Die morgendliche Zeitungslektüre gehört zum obligatorischen Tagesbeginn: "Alles zu verstehen, was da heute in der Welt passiert, da habe ich allerdings gelegentlich Schwierigkeiten." Das hat sie wohl mit manch Jungen gemein.

Amalia Schandelmeier besucht gerne Seniorennachmittage, Erzählcafés und nimmt an Ausflügen teil. Bis vor vier Jahren war sie oft mit dem DRK auf Reisen – in der Türkei, auf Rhodos und Kreta, Andalusien und Mallorca. Auch zur Hochzeit einer ihrer beiden Enkelinnen auf Sizilien war sie. Die erste Urenkelin, Lorane, wird demnächst vier.

Neben Familie und Freunden wird heute auch Wolfgang Ohnemus die Jubilarin besuchen. Seit Beginn des Oberrheinischen Tabakmuseums hat die gelernte Zigarrenmacherin nämlich als eine der letzten Lebenden ihrer Zunft dort viele Jahrzehnte lang ehrenamtliche Kassendienste am Museumseingang versehen. Ohnemus, Chef des Museums-Förderkreises, sagt: "Wir sind stolz auf Amalia ihr sehr dankbar. Für den runden Geburtstag in fünf Jahren werden wir uns was ganz Besonderes einfallen lassen." Das Geburtstagskind winkt lächelnd ab: "Niemand weiß, was bis dahin kommt." Doch Lust hätte sie schon, die 100 vollzumachen.

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