Mahlberg Kein zusätzlicher Lärmschutz

Es wird wieder eng: Wie hier zwischen Lahr und Mahlberg in diesem Jahr wird 2018 auf dem Teilstück Mahlberg-Ettenheim gearbeitet. Das Regierungspräsidium rechnet mit rund zehn Monaten Bauzeit für die Fahrbahnerneuerung. Foto: Archiv: Krämer

Das Regierungspräsidium beharrt auf seinem Standpunkt: Die geplanten Arbeiten auf der A 5 zwischen Mahlberg und Ettenheim sind "reine Erhaltungsmaßnahmen". Zusätzlicher Lärmschutz ist deshalb nicht vorgesehen.

 

Mahlberg/Kappel-Grafenhausen. Damit dürften die Dissonanzen zwischen den angrenzenden Kommunen und der Freiburger Behörde lauter werden. Denn wie berichtet, sehen die Bürgermeister Dietmar Benz (Mahlberg) und Jochen Paleit (Kappel-Grafenhausen) in der Maßnahme auf dem 3,8 Kilometer langen Teilstück mehr als Unterhaltungsarbeiten: Die angedachte Verbreiterung der Fahrbahn und vor allem des Seitenstreifens kämen einem Ausbau gleich, weil die Standspur dadurch künftig ohne großen Aufwand als dritter Fahrstreifen genutzt werden könne. Eine Ansicht, die das Regierungspräsidium (RP) bisher nicht teilte – und es auch weiterhin nicht tut.

Verkehrsbelastung soll sich nicht ändern

Im Vorfeld der Arbeiten zwischen Mahlberg und der Anschlussstelle Ettenheim "hat die sogenannte temporäre Seitenstreifenfreigabe bisher keine Rolle gespielt", hieß es gestern auf Nachfrage der "Lahrer Zeitung" aus Freiburg. Die Verbreiterung von 11,30 auf "regelkonforme 12 Meter" diene im Wesentlichen der Verkehrssicherheit. Zudem sei sie Voraussetzung für die sogenannte 4+0-Verkehrsführung. Diese ermögliche "das Abwickeln des gesamten Verkehrsaufkommens über vier Fahrstreifen auf einer Richtungsfahrbahn", während die andere – etwa für künftige Erhaltungsarbeiten – voll gesperrt werden könne.

So winkt das RP auch bei der Forderung der beiden Rathauschefs nach Lärmschutzwänden und Flüsterasphalt ab: "Aktiver Lärmschutz ist hier nicht vorgesehen, da es sich um eine reine Erhaltungsmaßnahme handelt und daher kein Anspruch auf zusätzlichen Lärmschutz besteht." Die Lärmschutzwände, die momentan am Mahlberger Rasthof hochgezogen werden, würden aus Mitteln eines "freiwilligen Sonderprogramms des Bundes" finanziert.

Was insbesondere Kappel-Grafenhausens Gemeindeoberhaupt die Zornesröte ins Gesicht treiben dürfte, ist folgende Aussage aus dem Baureferat: Die Verbreiterung der Straße "wird hauptsächlich im Mittelstreifen und zu einem kleinen Anteil am äußeren Rand der Westfahrbahn hergestellt, ohne dass die Fahrstreifen dadurch näher an die Bebauung der beiden Gemeinden rücken oder sich die Verkehrsbelastung dadurch ändert". Am Dienstag hatte Paleit gegenüber der LZ noch betont, es stehe für ihn "außer Frage, dass der Verkehr auf der Autobahn ständig zunimmt", weshalb er nicht "nachvollziehen kann, warum die Lärmschutzbelange beim Ausbau der A 5 nun hinten runter kippen sollen".

Es dürfte also nur ein schwacher Trost sein, wenn das Regierungspräsidium erklärt: "Grundsätzlich reduziert eine neue Asphaltdeckschicht die Lärmentwicklung, da mit der Erneuerung die vorhandenen Schadstellen und deren Überrollgeräusche beseitigt werden."

Benz hatte angekündigt, in der Sache noch einmal direkt bei Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer nachzuhaken. Ob sich dieser Aufwand lohnt, scheint angesichts der eindeutigen Ansagen aus Freiburg fraglich. Im Zweifel bliebe den Kommunen noch der Gang vors Verwaltungsgericht. Darüber hätten dann die Gemeinderäte zu befinden.

INFO

Das ist geplant

> Die Arbeiten: Die Sanierung umfasst im Wesentlichen die Erneuerung des kompletten Straßenoberbaus (Ausbau der alten Betonfahrbahn, neue Frostschutzschicht, neue Asphaltschichten), das Umrüsten der Schutzeinrichtungen auf den aktuellen Sicherheitsstandard sowie die Errichtung eines überklettersicheren Wildkatzenschutzzauns.  

> Der Zeitplan: Die Arbeiten sind laut RP bereits ausgeschrieben, die Auftragsvergabe soll bis spätestens Ende Januar sein. Baubeginn ist – abhängig vom Wetter – Ende Februar. Dauern sollen die Arbeiten voraussichtlich bis Dezember.

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