Mahlberg "Gutes Geschäft für beide Orte"

Setzen ihre Zusammenarbeit in der Wasserversorgung vertraglich fest: Kippenheims Bürgermeister Matthias Gutbrod (links) und Mahlbergs Rathauschef Dietmar Benz. Foto: Decoux-Kone

Mahlberg/Kippenheim - Mit ihren Vertragsunterschriften haben Mahlberg und Kippenheim ihre gemeinsame Wasserversorgung weiter abgesichert. Dabei geht es um künftiges Schmutzwasser vom Hochbehälter, aber auch um Notfallversorgung.

Seit gut vier Jahren plant Mahlberg, seinen maroden Trinkwasser-Hochbehälter am Orts-Ostrand nicht zu sanieren, sondern abzureißen und neu zu bauen. Rund drei Millionen Euro soll das nach derzeitigem Stand kosten (wir berichteten). Im Zuge der Planung des neuen Hochbehälters forderte des Landratsamt, dass das Schmutzwasser aus dem Hochbehälter bei Reinigungsarbeiten über die Schmutzwasserkanalisation abgeleitet wird.

Eine entsprechende neue Leitung vom Hochbehälter im Außengewann "Mösele" zum Mahlberger Abwassernetz wäre kostenträchtige 800 Meter lang, samt Unterquerung der Bundesstraße 3, und an üblicherweise nur zwei Tagen im Jahr mit wenigen tausend Litern Abwasser benutzbar. Da lag es für die Verantwortlichen auf der Hand, eine günstigere Lösung zu finden.

Zweites Rohr wird gleich mitverlegt

Die ist nun vertraglich fixiert. Ein Abwasserrohr Richtung Kippenheim wird nur rund 200 Meter lang. Die künftig dorthin geleiteten sehr überschaubaren Reinigungs-Abwassermengen des Mahlberger Hochbehälters werden laut neu geschlossenem Vertrag per Zähleruhr festgestellt und die Gebühren Kippenheim in Rechnung gestellt.

Im Gegenzug für die Kippenheimer Bereitschaft, die wenigen Abwassermengen des Hochbehälters ins eigene Netz abzunehmen, garantiert Mahlberg weiterhin eine Versorgung mit seinem Trinkwasser für Kippenheimer Notfälle. Umgesetzt wird das über die selbe nun neu zu grabende kurze Trasse vom Mahlberger Hochbehälter aus über den nahen Kippenheimer Mühlenpfad mit dortigem Hydranten-Anschluss. Ein entsprechendes zweites Trinkwasser-Rohr wird nun 80 Zentimeter unter der Erde gleich mitverlegt. Wie die Kosten dafür verteilt werden, wollten die beiden Bürgermeister noch nicht verraten. Nur so viel: Sie sprechen beide von einer "Win-Win-Situation".

An Trinkwasser mangelt es ansonsten in Kippenheim nicht, auch dank einer kurz zuvor fertiggestellten neuen Verbindungsleitung mit dem Ortsteil Schmieheim und seinem Tiefbrunnen. Und damit kein neuer technisch bedingter Wassermangel auftritt, hat die Gemeinde eine dritte Pumpe als Reserve gekauft und für künftige Notfälle im Bauhof gelagert.

In Mahlberg werden weiterhin fünf Prozent des recht kalkhaltigen Tiefbrunnen-Wassers zugemischt. Damit soll die Anlage in Betrieb gehalten werden. Notfalls kann dabei die eigene Wasserversorgung wieder auf 100 Prozent hinaufgefahren werden. Ansonsten wird das Mahlberger Leitungswasser aus dem qualitativ höherwertigen Ruster Feinschießen-Tiefbrunnen bezogen.

Doch in dem Fall ärgert sich Benz, denn dem betreibenden südlichen Wasserversorgungsverband mit Rust, Ettenheim, Kappel-Grafenhausen und Ringsheim habe man bislang als Kunde nicht beitreten dürfen. Mahlberg habe nun erneut einen Antrag auf Mitgliedschaft gestellt.

Gute Partner

Schon früher griff die interkommunale Zusammenarbeit der Nachbargemeinden nicht nur in Sachen Feuerwehr, Ortsumfahrung oder Seniorenarbeit, betonte Kippenheims Bürgermeister Matthias Gutbrod bei der Vertragsunterzeichnung.

Bewährt hatte sie sich besonders auch schon im Mai, als unerwartet sämtliche Kippenheimer Wasserversorgungspumpen ausgefallen waren und Mahlberg dann über eine Schlauch-Notleitung vom TuS-Fußballplatz mit Trinkwasser aushalf.

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