Mahlberg Ein Hochkaräter jagt den nächsten

Gewohnt anspruchsvolle Unterhaltung gab es beim Schlosskirchen-Konzert am Dreikönigstag in Mahlberg. Foto: Decoux-Kone Foto: Lahrer Zeitung

Als absoluter Publikumsmagnet hat sich das Dreikönigskonzert in der Mahlberger Schlosskirche erwiesen. 300 Zuhörer wollten sich die Mischung aus Chor- und Instrumentaldarbietungen nicht entgehen lassen. Weitere Sitzgelegenheiten mussten herbeigeschafft werden.

Mahlberg. Nach der Orgel-Eröffnung mit Händels munterem "A Voluntary or a Flight of Angels" (Daniel Maurer) führten sich die renommierten Violinisten Saskia Mährlein und Antonio Pellegrini trefflich mit Bachs weltlichem Konzert für zwei Violinen in d-Moll ein – zuerst im lebendigen Vivace, später in langsamem Largo ma non tanto (nicht zu sehr) und schließlich in dem munter-fröhlichen Allegro. Nicht nur dabei glänzte das Duo mit Virtuosität, Ausdruck und perfektem Zusammenspiel.

Im musikalischen Wechsel glänzte der hochkarätige Chor der "Vokalisten an der Schlosskirche" mit insgesamt 13 Weihnachtschorälen aus vier Jahrhunderten, beginnend mit Johann Hermann Scheins "Nun komm, der Heiden Heiland", Max Regers "Es kommt ein Schiff, geladen", Karl Riedels "Freu’ dich, Erd’ und Sternenzelt", Johannes Weyrauchs "Der Heiland ist geboren" und dem nicht minder ergreifenden und bekannten "Es ist ein Ros’ entsprungen" von Michael Praetorius.

Gewohnt souverän stellte das Ensemble mit Barbara Silber-Edelmann, Anne Metayer (Sopran), Andrea Frey-Melder (Alt), Patrick Labiche, Heiko Garvs-Burckhardt (Tenor) sowie Andreas Ulkan und Bernd Walter (Bass) seine vielstimmige, ausdrucksstarke Kraft unter Beweis. Später folgten Choräle von Johann Crüger, Erhard Mauersberger, Bach und Heinrich Kaminskis bekanntes "Maria durch ein Dornwald ging".

Weihnachten klingt wunderschön nach

Nicht genug damit. Weitere Weihnachtschoräle des von Bernd Walter gegründeten Vokalistenensembles von Friedrich Silcher, Crüger und Reger sollten die Besucher entzücken, darunter auch Bachs jubilierendes "Nun singet und seid froh".

Unter Walters Gesamtleitung brillierten zusätzlich zu den Violinisten samt Daniel Maurer an der Truhenorgel als Basso Continuo auch Solisten mit Passagen aus Bachs Weihnachtsoratorium. Etwa die Lahrerin Viola de Galgóczy-Mecher (Alt) mit "Bereite dich Zion" sowie "Schließe mein Herze" oder der Freiburger Musikhochschullehrer Rainer Pachner (Bass) mit "Erleucht auch meine finstre Sinnen" und "Adeste fideles".

Nicht nur die abwechslungsreichen Einsätze von Chor, Instrumentalisten und Solisten kamen bei der Zuhörerschaft in der kleinen Mahlberger Barockkirche prächtig an. Zusätzlich sorgten Karin Kilian und Brigitte Walter mit besinnlichen Bibelrezitationen für Weihnachtsstimmung. Schließlich setzte das Violin-Duo mit Maurer (Basso Continuo) sowie Bernd Walter und Dietmar Pfeifer an den Posaunen einen krönenden musikalischen Abschluss, passend zum barocken Ambiente der kleinen Achteck-Kirche. Sie boten aus der "Sonata No. 3" von Heinrich Ignaz Franz von Biber meisterlich Komponiertes in mehreren Tempi- Sätzen.

Nach einem gemeinsam gesungenen feierlichen "Wie schön leuchtet der Morgenstern" von Bach gab es langen und verdienten Schlussapplaus.

Der Protagonist und Organisator der Schlosskirchen-Konzerte, der frühere Mahlberger Pfarrer Bernd Walter, hat schon zu einem weiteren Konzert eingeladen, dieses Mal zu weltlicherer Musik. Am Sonntag, 2. Februar, wird Walter ab 17 Uhr im Mahlberger Jakobushaus als Bariton "Die Winterreise" von Franz Schubert mit 24 besinnlich-romantischen Liedern singen. Begleitet wird er dabei von Christof Winkler am Klavier.

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