Mahlberg Besucherandrang bleibt aus

Ein buntes Bühnenprogramm, 25 Marktbeschicker und Vereine mit kulinarischen Angeboten: Der große Besucheranstrum blieb beim Mahlberger Stadtfest aufgrund des regnerischen Wetters dennoch aus.

Mahlberg. Voriges Jahr fiel das Stadtfest wegen der 800-Jahrfeier aus. Doch jetzt fand es wieder statt, zum nun 34. Mal. Zur Eröffnung am Samstagmittag begrüßte Bürgermeister Dietmar Benz neben zahlreicher Lokalprominenz aus umliegenden Orten, mit Peter Weiß, Marion Gentges und Sandra Boser auch Landes- und Bundestagsabgeordnete, vor allem aber auch die Gäste, von denen der Stadtfest- und Krämermarkt seit vielen Jahrzehnten lebt. Bevor der Bürgermeister beim Fassanstich das Freibier zum fließen brachte, hatten drei traditionelle Stauferreiter hoch zu Ross den Anritt vom Schloßberg herunter unternommen, begleitet von der Mahlberger Musikkapelle. Die hatte mit ihrem Dirigenten Rüdiger Müller sogleich auf großer Festbühne den weiteren musikalischen Startschuss für das Wochenend-Fest gegeben. Ein Bühnen-Kinderprogramm mit Zauberer Trickobelli und einer Tanzvorführung der Mahlberger "Dance Surprise" sorgte für weitere Unterhaltung.

Vor dem Rathaus drehte sich ein Kinderkarussell, drinnen im Foyer ließ sich nochmals das vorjährige Stadtjubiläum fotomäßig nachvollziehen, samt Film über das Bürgerfest.

Trotz Tröpfelregen und kalten Herbstwinden blieb gewohnter Besucher-Betrieb nicht völlig aus. Auf sie warteten neben 25 Marktbeschicker-Buden im Stadtkern auch elf Mahlberger und Orschweierer Vereine mit kulinarischen Angeboten auf. Die bisherige Großbude des Gemischten Chors am Radbrunnen fehlte jedoch: Aus Altersgründen hatten die Sänger sich auf seine angestammte Würstchenbude zurück gezogen.

Während die restlichen Lauben bestens frequentiert waren, hielt sich der Besucherbetrieb in den Altstadtsträßchen allerdings in Grenzen. Drum rollten auch Marktbeschicker schon vorzeitig ihre Abdeckungen wieder herunter. Dabei war das Angebot gut gelungen, ob mit Bonbon-Apotheke, Hüten, Schaumküssen, Gürteln und viel Schmuck bis hin zum Reiskorn mit Namen drauf. Auch Tee von Karibik bis griechischem Bergland fand seine Abnehmer.

Der Bühnen-Abend gehörte schließlich der Musikband "Check Daniels", da tummelte sich doch noch jüngeres Publikum. Der Sicherheitsdienst hatte wenig zu tun, außer seine präventiven Rundgänge zu absolvieren. Im TuS-Garagenkeller und der Laube des Musikvereins herrschte Hochbetrieb.

Am Sonntag setzte sich das Schmuddelwetter leider fort. Nach Frühschoppenkonzert mit der Winzerkapelle aus Munzingen gab nachmittags der Musikverein Gengenbach/Reichenbach ein Konzert, abends sorgte die Musikband "No Silence" für weitere Stimmung. Ansonsten fand kein erhoffter Besucheransturm statt, zu nasskalt war’s gewesen.

Immer schwieriger werde es, Vereine und Marktbeschicker für das Mahlberger Stadtfest zu motivieren, weil die Besucherzahlen nicht nur wegen den Wetterproblemen nachlassen. Bürgermeister Benz ist dies bewusst. Einst war der Mahlberger Stadtfest-Krämermarkt ein selbst erfundenes frühes Alleinstellungsmerkmal des Städtchens gewesen. Doch längst herrscht eine Inflation von Festen in der Region, ist auch die kommerzielle Konkurrenz immer größer geworden. Manche ortsansässigen Vereine müssen ihre Kräfte immer mehr konzentrieren, um finanziell über die Runden zu kommen. Darum wird sich der Gemeinderats-Marktausschuss erneut Gedanken darüber machen müssen, wie sich das Mahlberger Stadtfest weiter entwickelt.

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