Mahlberg 45 Minuten für zwölf Kilometer

Stau und kein Ende: Auf der B 3 zwischen Altdorf und Kippenheim reihen sich Lastwagen und Autos. Foto: Decoux-Kone

Ettenheim/Mahlberg - Stau, Stau und noch mehr Stau: Während die Ettenheimer Feuerwehr auf der A 5 den Brand eines Schwertransporters bekämpft hat, müssen Autofahrer auf die B 3 ausweichen. Und dort brauchen die geplagten Autofahrer vor allem eins: viel Geduld.

Ettenheim/Mahlberg. Wer am Donnerstag mit dem Auto unterwegs war, dem verging die Freude am Fahren: Unter 45 Minuten war die Strecke von Altdorf nach Lahr bereits am frühen Morgen auf der Bundesstraße 3 kaum zu schaffen. Grund dafür war der Brand eines Schwertransporters auf der Autobahn 5 und die daraufhin eingerichtete Umleitung. Tausende Fahrzeuge wälzten sich zwischen den Ausfahrten Ettenheim und Lahr durch das Nadelöhr Kippenheim – mit 30er-Zone.

"Durch Kippenheim zu fahren, ist gerade eine Katastrophe", meinte eine Anwohnerin. "Die Lastwagen kommen kaum um die Kurven herum", berichtet auch der Fahrlehrer Uwe Hetzel. Der Fahrunterricht kam bei ihm deshalb aber nicht zum Erliegen: "Da muss man sich jetzt halt andere Strecken suchen", sagt Hetzel völlig unaufgeregt. Andere hingegen brachte die stundenlange Sperrung der A 5 auf die Palme: "Das ist zum Kotzen", poltert etwa die Verkäuferin in einer Bäckerei direkt an der B 3. Teilweise hielten ganze Busse voll mit hungrigen Fahrgästen, die alle versorgt sein wollten. "Das ist schon ziemlich stressig gerade", sagt sie. Zudem seien viele "sehr genervt" vom Stau. "Und wir kriegen es dann ab." Viele Autofahrer plagten offenbar noch ganz menschliche Bedürfnisse: "Viele, die bei uns angehalten haben, wollten auf die Toilette", berichtet etwa Leanne Zwierzyk von der Jet-Tankstelle in Altdorf.

Feuerwehr löscht den Brand mit 20 000 Litern Wasser

Wer in Kippenheim lebt und arbeitet, spürte nur die Auswirkungen eines fatalen Brandes Stunden zuvor auf der A 5 bei Mahlberg. "Um 3.29 Uhr ist der Piepser losgegangen", erzählt Jürgen Rauer, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Ettenheim. Wie es in einer Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Offenburg heißt, brach der Brand etwa zehn Minuten früher bei der Durchfahrt der Baustelle auf der A5 bei Mahlberg aus.

Weil die Brandstelle nur von Süden her zu erreichen war, erlebte die Ettenheimer Wehr einen nächtlichen Großeinsatz. Als Rauer die brennende Maschine auf dem Anhänger im Morgengrauen erblickte, fragte er sich: "Wo kriege ich die Menge Wasser her, um das zu löschen?" Eine Lösung war schnell gefunden: Während die Kameraden der Lahrer Wehr das Wasser bei den Raststätten in Kappel-Grafenhausen und Mahlberg heranschafften, löschten 25 Mitglieder der Feuerwehr Ettenheim den Brand. "Wir haben 20 000 Liter Wasser verbaucht", sagt Rauer. "Das ist schon eine Masse." Zudem seien die Löscharbeiten erschwert worden, weil der 70 Tonnen schwere, brennende Steinbrecher auf dem Anhänger auch Hydrauliköl dabei hatte. Dieses gerate ab einer bestimmten Temperatur in Brand. Zudem sorgten die eingebauten Gummibänder für starke Rauchentwicklung.

Wie bekannt wurde, verläuft in der Nähe der Brandstelle eine 110-Kilovolt-Leitung – es ist das Hauptversorgungskabel des Europa-Parks. Der Betreiber der Leitung, Netze BW, teilt auf Nachfrage unserer Zeitung mit, dass das betroffene Kabel wegen des Brandes nicht in Mitleidenschaft gezogen wurde. Daher wurde beim Europa-Park die Versorgung nicht unberbrochen. Dennoch habe Netze BW den Strom umgeleitet, sodass an der Unfallstelle ein Bergungskran gefahrlos zum Einsatz kommen konnte.

Wie die Polizei mitteilte, wurde der Verkehr auf der A 5 am Donnerstag nach 20 Uhr wieder freigegeben. Allerdings mit einer Geschwindigkeitsbeschränkung auf 60 Stundenkilometer. Der Schaden an der Fahrbahn liege bei 50 000 Euro.

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