Lokales "Wir müssen weiterhin wachsam bleiben"

 Foto: Kiryakova

Seelbach - Traurige Nachrichten waren Anfang April fast täglich aus dem Pflegeheim St. Hildegard zu hören. Sieben Bewohner und 21 Mitarbeiter hatten sich mit dem Coronavirus infiziert, zwei Bewohner starben. Seit zwei Monaten ist das Haus nun coronafrei. Am 31. März wurde bekannt, dass sich vier Bewohner des Pflegeheims St. Hildegard mit dem Coronavirus infiziert hatten, einer von ihnen, ein mehr als 80 Jahre alter Bewohner, war zu diesem Zeipunkt bereits verstorben. Weitere traurige Nachrichten aus dem Caritas Haus häuften sich in den darauffolgenden Tagen, zwei weitere Bewohner wurden positiv getestet – und auch immer mehr Personal. Am 3. April schließlich wurde der zweite Todesfall bekannt, ein weiterer Bewohner starb.

Besuchsregeln sind seit Mittwoch gelockert

Die anderen fünf Bewohner aber haben, teils nach Klinikaufenthalten, die Infektion überlebt und auch die insgesamt 21 infizierten Mitarbeiter sind wieder wohlauf. Ende April kam die gute Nachricht: Das St. Hildegard-Heim ist corona-frei.

Und das ist es bis heute, wie Mirko Poetsch, Vorstand der Caritas Lahr, zu der auch das Pflegeheim in Seelbach gehört, berichtet. Dazu beigetragen haben sicherlich auch die strengen Besuchsregeln.

Seit Mittwoch, 1. Juli, wurden diese Regeln wieder gelockert, nun darf jeder Bewohner zwei Besucher pro Tag empfangen. Zudem müsse diese Besucher, so die Vorgaben des Landes, sich mindestens 24 Stunden im Voraus im jeweiligen Pflegeheim mündlich, schriftlich oder per E-Mail anmelden.

Für die Pflegeheime bedeutet dies vor allem auch einen großen organisatorischen Aufwand. Jeder Besucher müsse sich nun wie im Restaurant "registrieren", um ihn im Ernstfall kontaktieren zu können, so Poetsch. "Für die Bewohner ist das natürlich toll, für den Betreiber aber schwierig"

Im März war das Virus von außen in das Haus getragen worden, der genaue Ansteckungsweg ließ sich für den Lahrer Caritasverband nicht mehr nachvollziehen (wir haben berichtet).

Zu einer solchen Situation dürfe es nun nicht mehr kommen, so Poetsch. Ob er Angst vor einer zweiten Welle habe, die auch St. Hildegard wieder treffen könnte? "Angst", sei das falsche Wort sagt er, fügt aber an: "Wir müssen wachsam bleiben".

Denn sollte eine zweite Welle kommen, könnte man im Heim selbst nur schlecht "ausweichen" und sich das Virus dadurch auch schnell wieder verbreiten. "Die Gefahr bleibt", so der Caritas-Vorstand.

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