Herbolzheium Närrischer Blick aufs Stadtgeschehen

"Fasnet in Herwelze, was willsch mehr?", lautet das diesjährige Motto der Herbolzheimer Karnevalsgesellschaft. Das Programm der Prunksitzung ließ mit Tänzen, Büttenreden und Sketchen jedenfalls keine Wünsche offen – und bekam viel Applaus

Herbolzheim. Das neue Stadtlogo, die damit verbundene Farbänderung des Amtsblatts von Grün zu Weiß und die Umgestaltung des Rathausplatzes sind offensichtlich die Punkte, die die Herbolzheimer gerade am meisten beschäftigen – jedenfalls legten das die Büttredner des Abends nahe. Sowohl die Bütt der Stadtmusik als auch Andrea Haas, die als gefällter Lindenbaum auftrat, thematisierten diese Themen scharfzüngig und pointenreich.

Ob früher alles besser war oder vielleicht in Zukunft noch werden wird, das wollten die Jockele herausfinden. Bei ihrer Reise durch die Zukunft erlebten sie unter anderem die Fast-Fertigstellung des Berliner Flughafens 2050 und erfuhren, dass es der SG Ruhrpott-Schalke-Dortmund 2098 gelingen wird, den 85. Bundesliga-Sieg des FC Bayern München zu verhindern. In der Vergangenheit trafen sie unter anderem auf Kiss, Steffi Graf und Boris Becker, David Hasselhoff – und den jungen Thomas Gedemer, der bereits 1979 davon geträumt hatte, einmal Bürgermeister von Herbolzheim zu werden. Schließlich kehrte man aber doch wieder ins viel versprechende Jahr 2020 zurück – zur Prunksitzung der HKG.

Dort rockten im Anschluss Marco Hunn und Annabelle Tritschler mit dem Lied der "Goldene Reiter" die Bühne und sorgten für mächtig Stimmung im Saal. Auch der darauffolgende Auftritt der Jugendgarde kam gut an, sodass diese noch eine Zugabe tanzte. Dass man sich in Herbolzheim auch um den Garde-Nachwuchs keine Sorgen machen muss, hatte zuvor die laut Präsident Andreas Läufer "bisher jüngste Minigarde der HKG" bewiesen – die einen wirklich süßen Auftritt ablieferten. Überhaupt ist man in Herbolzheim sehr stolz auf seine drei Garden, machte Läufer deutlich "Ihr legt immer einen super Auftritt hin", erklärte er. Dieses Lob galt natürlich auch für die Tanzgarde, die mit dem Publikum eine musikalische Zeitreise unternahm – vom Charleston der 1920er über Rock ’n’ Roll, Pop bis hin zum Gangnam-Style 2010.

Ninjas gegen Cowboys hieß es, als der Nachwuchs des TV Herbolzheim und die Rope-Skipper (Seilspringer) temporeich spektakuläre Sprünge zeigten – und nicht ohne Zugabe davon kamen.

Richtig gut an kam auch der Show-Tanz der Männer der Laue-Briggle-Hexen, die unter dem Motto "Baywatch" einen viel beklatschten Showtanz als sexy Seenotretter ablieferten.

Wie es sich so ohne Männer lebt – das besangen die trauernden Witwen der Hüttenbühlgeister, die ihre untreuen Ehegatten ermordet hatten, mit viel schwarzem Humor.

Auch der Elferrat zeigte zum Schluss sein tänzerisches Können. Für diesen Auftritt hatte der inzwischen "wohl fitteste Elferrats aller Zeiten", ein Jahr lang ein hartes Sport- und Fitnesstraining absolvieren müssen, wie auf der Bühne unter vielen Lachern des Publikums deutlich wurde.

Bildergalerie: www.lahrer-zeitung.de

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