Lokales Kein zweiter Anschluss an L 102 nötig

An der roten Zählstelle wurde das Verkehrsaufkommen von 6 bis 20 Uhr, an der blauen jeweils von 6 bis 10 Uhr sowie von 15 bis 19 Uhr gemessen. Screenshot: Ingenieurbüro Koehler & Leutwein Foto: Schwarzwälder Bote

Wittelbach - 40 Wohneinheiten sollen in Wittelbach entstehen. Dadurch wird mit einem erhöhten Verkehrsaufkommen in den anliegenden Straßen gerechnet. Sollte deshalb ein zweiter Anschluss an die L  102 erfolgen? Eine Verkehrsschau zeigt: Das lohnt sich nicht. Die Gemeinde Seelbach plant, im Oberen Feld III ein Baugebiet auf einer Gesamtfläche von rund 16 000 Quadratmetern zu entwickeln. Auf dieser Fläche sollen später circa 40 Wohneinheiten entstehen.

Die Zufahrt zu diesem Wohngebiet soll über die Gartenstraße, Oberes Feld und Am Sonnenberg sowie über die Reformstraße, die an die Schuttertalstraße angebunden ist, erfolgen. Nun hat die Gemeinde das Ingenieurbüro Koehler und Leutwein mit einer Verkehrsuntersuchung beauftragt.

Wo und wann wurden Fahrzeuge gezählt?

Die Verkehrsschau wurde bereits am 19. November an den drei Knotenpunkten an der L 102 (Schuttertalstraße), der Reformstraße, Am Sonnenberg, Hubhof sowie in der Gartenstraße erhoben. Gezählt wurden an der Schuttertalstaße/Reformstaße von 6 bis 20 Uhr, an den anderen Standorten von 6 bis 10 Uhr sowie von 15 bis 19 Uhr.

Was ist das Ergebnis? Die stärksten Verkehrsbelastungen liegen auf der L 102 (Schuttertalstraße) vor. Vormittags war besonders die Fahrtrichtung Nord, also in Richtung Lahr, nachmittags die Gegenrichtung stärker belastet.

Circa 5600 Fahrzeuge durchqueren innerhalb von 24 Stunden die L 102 beziehungsweise die Reformstraße. Zwischen 80 und 400 Fahrzeuge durchqueren die anderen Straßen.

Wie ist die Verkehrsprognose für das neue Wohngebiet?

Die Querschnittsbelastungen im Zuge der L 102 steigen auf maximal 6290 Autos innerhalb eines Tages, heißt es in der Verkehrsschau. Auch in den anderen Straßen dürften die Zahlen leicht ansteigen.

Wie wird sich ein zweiter Anschluss des Wohngebiets an die L 102 auswirken?

Laut der Vorlage würde die Reformstraße bei einem zweiten Anschluss deutlich niedrigere Belastungen aufweisen. Der neue Anschluss, der die L 102 über die Straße Hubhof mit der Reformstraße beziehungsweise der Straße Am Sonnenberg verbindet, weise Belastungen von circa 300 Fahrzeugen innerhalb eines Tages auf. Grund für diese Verlagerung ist, dass Pendler nun über den neuen Anschluss auf die L 102 fahren, so die Analyse. Die Belastungen in den Straßen Am Sonnenhang und Gartenstraße bleiben hingegen identisch.

Lohnt sich ein zweiter Anschluss überhaupt?

Laut der Verkehrsschau nein. Der hierfür notwendige Aufwand sei durch den verkehrlichen Nutzen nicht gerechtfertigt, so das Ingenieurbüro. Trotz Mehrbelastung durch das Wohngebiet sollte die Abwicklung über die Reformstraße erfolgen.

Gegen einen zweiten Anschluss spreche zum Einen, dass dieser nach der Richtlinie für die Anlage von Landstraßen ausgebaut werden müsste, zum Anderen wäre außerorts ein separater Linksabbiegestreifen notwendig. Das Büro gibt die Kosten für einen Ausbau mit rund 200 000 Euro an.

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