Lokales Ansprechpartner in Corona-Zeiten

 Foto: Symbolfoto: Reinhardt

Offenburg (red/ma) - Der Kreis hat bereits im März ein Sorgentelefon für die Corona-Zeit eingerichtet. Insbesondere zu Beginn der Pandemie war die Hotline gefragt – mehr als 150 Anrufe verzeichneten die Berater. Vor allem die familiäre Belastung war dabei Thema. "Viele Familien haben in dieser Zeit enorme Leistungen vollbracht und viel dafür getan, dass es ihren Kindern gut geht", erklärt Ullrich Böttinger, Leiter des Amts für Soziale und Psychologische Dienste. "Dennoch ist es eine große Herausforderung Kinderbetreuung, Homeschooling und Homeoffice über längere Zeit unter einen Hut zu bringen – gerade für Alleinerziehende." Es sei sehr wichtig, dass Kindertagesstätten und Schulen jetzt wieder weitgehend geöffnet sind. Auch die verbesserten Kontaktmöglichkeiten zu Angehörigen spiele eine große Rolle für das psychische Wohlbefinden.

Persönliche Gespräche waren in Einzelfällen auch in der Krise möglich

Auch während des sogenannten Shutdowns waren die Beratungsstellen durchgängig telefonisch erreichbar. In persönlichen Krisensituationen und sofern in Einzelfällen erforderlich standen die Beratungsstellen aber auch in diesem Zeitraum, unter Einhaltung der Hygienemaßnahmen, für persönliche Gespräche zur Verfügung. Dies sei für viele Familien eine ganz wichtige Unterstützung, denn nicht jede Krise lasse sich am Telefon lösen, so Böttinger. Im aktuellen Verlauf der Pandemie wenden sich zwischenzeitig die meisten Ratsuchenden wieder direkt an die Beratungsstellen, die nun wieder soweit wie möglich auf "Normalbetrieb" umgestellt haben.

"Manche Belastung und mancher Konflikt hat sich im Laufe der Pandemie verstärkt oder wird erst später sichtbar werden. Wer frühzeitig Beratung in Anspruch nimmt, hilft sich selbst und seinen Angehörigen am besten", appelliert Böttinger, der von einem steigenden Beratungsbedarf infolge der Corona-Auswirkungen ausgeht. Vor allem die familiäre Situation belastet die Anrufer. Auch die Besorgnis um Angehörige und eigene psychische Belastungen oder Erkrankungen, wie starke Ängste und Depressionen, sind häufige Themen.

"Eltern, Kinder und Jugendliche haben unseren ganz besonderen Respekt und große Anerkennung verdient, denn sie mussten seit Beginn der Corona-Pandemie weitgehend auf ihre Grundversorgung mit Bildung und Betreuung verzichten und werden auch weiterhin mit Einschränkungen zurechtkommen müssen", erklärt Landrat Frank Scherer.

Experten sind auch weiterhin für Ortenauer Bürger da

"Es ist nachvollziehbar, dass dies neben den medizinischen auch emotionale Belastungen, Sorgen und Unsicherheiten mit sich bringt", so der Landrat weiter. Daher habe der Ortenaukreis frühzeitig eine Beratungshotline eingerichtet. Dort stehen Experten der psychologischen Beratungsstellen allen Ortenauern weiterhin bei Fragen und Sorgen als Gesprächspartner zur Verfügung.

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