Liegewiese statt Minigolf Sporthallen-Wiese nimmt Gestalt an

Von Aline Fischer

Die ehemalige Minigolf-Anlage in Oberwolfach ist im Umbruch: Dort soll im letzten Bauabschnitt eine Liegewiese, ein Wasserzugang und ein Volleyballfeld entstehen. Das haben zahlreiche Bürger gemeinsam entschieden.

Oberwolfach. Eine Rutschbahn aus dem dritten Stock der Wolftalschule oder ein Sprungturm vom obersten Stockwerk in ein Schwimmbecken – ganz so utopisch wie die Ideen der jungen Schüler wird die Gestaltung der ehemaligen Minigolf-Anlage in Oberwolfach nun nicht. Beschlossen sind nach der Gemeinderatssitzung am Dienstag nun schlussendlich eine betonierte Tischtennisplatte, eine Kletterwand an der Rückseite der Sporthalle, eine Sitzbank und eine Wiese mit mehreren Himmelsliegen. Außerdem soll als Verlängerung der Sprunggrube ein Volleyballfeld mit Ballfangnetz neben dem Fluss entstehen.

13 Jury-Mitglieder haben gemeinsam entschieden

Insgesamt kostet das Vorhaben 41 650 Euro, 20 000 Euro davon übernimmt die Sparkassen-Stiftung. Damit wird das Budget der Gemeinde Oberwolfach, die 50 000 Euro für diesen letzten freien Abschnitt auf dem Minigolf-Platz eingeplant hatte, mehr als eingehalten.

Zwei Mitglieder der 13-köpfigen Jury haben den Räten in der Festhalle den Vorschlag, den Jung und Alt über mehrere Monate erarbeitet hatten, präsentiert: "Es ist ein Gewinn für uns alle, dass an diesem Projekt unterschiedliche Generationen ihre Ideen eingebracht und gemeinsam daran mitgewirkt haben. Einige Vorschläge waren zwar nicht realisierbar, aber die meisten Ideen haben wir mit eingebracht und dann abgewogen", erzählt Marco Pereira, der als Bürger in der Jury saß.

Im Juni 2021 hatte es eine Ideenwerkstatt auf der Wiese gegeben, wo sich alle Oberwolfacher einbringen konnten und den die Begleitgruppe Generationendialog geleitet hat (wir berichteten mehrfach).

Per Zufallsauswahl wurden außerdem 30 Bürger von der Gemeinde angeschrieben und um ihre persönliche Meinung zu der Gestaltung des rund 400 Quadratmeter großen Fläche gebeten. "Davon haben sieben geantwortet, was eine extrem gute Rücklaufquote ist. Daran merkt man, dass die Bürger im ländlichen Bereich noch mitgestalten wollen", sagt Bürgermeister Matthias Bauernfeind, der seine Gemeinde als Nummer eins der Region in Sachen Bürgerbeteiligung bezeichnet.

Regina Rauber vom SV Oberwolfach, die auch in der Jury saß, berichtete über die wichtigsten Wünsche, die sich herauskristallisiert hätten: "Die Jugendlichen wollten vor allem die Befestigung der Tischtennisplatte, die die beste in Oberwolfach sein soll. Die Barrierefreiheit war ihnen und den Älteren besonders wichtig, damit auch Rollstuhlfahrer oder Menschen, die nicht mehr so gut zu Fuß sind, das Gelände nutzen können." Der Zugang zur Wolf sei eher von Menschen der mittleren Altersklasse gewünscht gewesen, sagte Pereira, denn die Jüngeren "finden im Sommer so oder so einen Weg ins Wasser."

Viele baden im Sommer in der Wolf

In den warmen Monaten sei in der Corona-Zeit "abartig viel los gewesen, zahlreiche Menschen haben sich in der Wolf abgekühlt." Um danach noch Verweilen zu können, war vielen jungen Oberwolfachern eine Liegewiese wichtig, die elementarer Bestandteil des Areals sein wird.

Das gefiel Gemeinderat Roland Haas (Freie Wähler) besonders gut, denn so sei die Wiese "nicht so überladen". Das war auch eines der Kriterien, die die Jury bei ihrer Entscheidung festgelegt hatte. Weitere Kriterien waren das Schaffen einer Begegnungsstätte für Jung und Alt, mehrere Sportangebote und das Vermeiden von Lärm am Abend und in der Nacht.

Haas’ Parteikollege Eberhard Junghans regte an, die Liegen und die Kletterwand vielleicht über Sponsoring zu bezahlen. Martin Welle (CDU) lobte die Gestaltung des Areals als "hervorragende Alternative zu Tablet und PC, wo die Menschen rauskommen und die Natur genießen können." Und Martin Dieterle (FW) formulierte stellvertretend für viele: "Hoffentlich werden noch viele solcher tollen Projekte gemeinsam mit den Bürgern vor Ort realisiert."

Die Boule-Bahn

Ein weiterer Vorschlag für das Minigolf-Areal war eine Boule-Bahn. Diese wurde als günstigster Posten, den sich die Gemeinde noch hätte leisten können, aber rausgestrichen. Sie hätte zu viel Platz benötigt und die Bürger wollten sie nicht, sagte Rathauschef Matthias Bauernfeind.