Leselenz 2021 "Mit glühender Nadel gestrickt"

Leselenz-Kurator José Oliver (von links), Ulrike Tippmann als Vorsitzende des Fördervereins und Hausachs Kulturamtsleiter Hartmut Märtin freuen sich auf den 24. Leselenz. Foto: Reinhard

Hausach - Nachdem im vergangenen Jahr der Leselenz als "Leselenz 2.0" hauptsächlich digital stattgefunden hat, soll in diesem Jahr wieder etwas Normalität einkehren. Das Literatufestival steht unter dem Motto "Poetische Träume".

Kurator José F. A. Oliver erinnerte beim Pressegespräch am Dienstagmorgen noch einmal an die Situation vor einem Jahr, als der komplette Leselenz angesichts der Corona-Pandemie auf neue Beine gestellt wurde.

Kurator Oliver plant das Unplanbare: Mit neuen und teilweise digitalen Formaten sowie einem größeren Zeitabstand zwischen den Veranstaltungen war das Literaturfestival als "Leselenz 2.0" neue Wege gegangen. "In diesem Jahr ist die Situation noch extremer, denn jetzt gibt es noch mehr Unwägbarkeiten", schickte Oliver voraus und bezog sich auf das derzeitige Pandemie-Geschehen. " Was darf man machen, was nicht? Der Leselenz ist nicht nur mit heißen, sondern mit glühenden Nadeln gestrickt. Oder anderes ausgedrückt: Wir planen das Unplanbare."

Es werden keine Eintrittsgebühren erhoben: Er betonte die nicht nur kulturpolitische, sondern auch soziale Verantwortung des Literaturfestivals. Viele Autoren hätten 2020 mit existenziellen Schwierigkeiten zu kämpfen gehabt und auch viele andere Menschen wüde materiell leiden. So sei in diesem Jahr bei keiner der Veranstaltungen Eintritt zu zahlen.

Das Budget beträgt 150 .000 Euro: Hausachs Kulturamtsleiter Hartmut Märtin gab seiner Freude auf den bevorstehenden Leselenz Ausdruck: "Das wird nach der trostlosen Winterzeit bestimmt eine leichte, beschwingte Angelegenheit", meinte er, bevor Ulrike Tippmann als Vorsitzende des Fördervereins auf den finanziellen Aspekt des Leselenz 2021 einging. Neben der Stadt Hausach und der Neumayer-Stiftung finanziert der Förderverein das Literaturereignis. "Insgesamt haben wir ein Budget von 150 .000 Euro. 35. 000 Euro davon kommen vom Verein", fasste die Vereinsvorsitzende zusammen.

Das Wortwerk wird gerade gedruckt: Wie Christiane Agüera Oliver erklärte, sei das diesjährige Wortwerk, in dem Arbeiten aus den Leselenz-Werkstätten des vorangegangenen Jahres zusammengefasst werden, gerade in Druck. In 25 Geschäften der Hausacher Hauptstraßen werden Textpassagen und Bilder daraus ausgestellt.

Der Leselenz 2021 wird auf zwei Termine verteilt: Die ersten Veranstaltungen finden im Zeitraum vom 1. bis 5. Juli statt, die weiteren gehen dann vom 6. bis 9. August von statten. "Auch wegen der mit Corona verbundenen Unsicherheiten haben wir das entzerrt", erklärte Oliver.

Anmeldungen sind erforderlich: Alle Veranstaltungen sollen im Freien stattfinden. Bei extrem schlechten Wetter ist die Stadthalle als Ausweichort reserviert. Zuhörer müssen sich im Vorfeld anmelden – damit Kontaktdaten hinterlegt sind und die Organisatoren einen Überblick über die Teilnehmerzahlen haben. Die Anmeldungen erfolgen unter Telefon 07831/79 75 oder per E-Mail an tourist-info@hausach.de.

Es werden Leselenz-Testtationen aufgestellt: Noch sei nicht sicher, ob Teilnehmer einen Impf- oder Genesenennachweis oder einen Corona-Text vorweisen müssen. Nichtsdestotrotz sollen für Samstag- und Sonntagvormittag, 2. und 3. Juli, extra Leselenz-Teststationen aufgestellt werden. Deren Öffnungszeiten werden noch bekannt gegeben.

Es soll keine Absagen geben: Trotz aller Unwägbarkeiten betont Oliver mit Blick auf die Situation der Kultur: "Abgesagt wird nichts. Und wenn ein Autor alleine in der Stadthalle steht und die Lesung dann nur gestreamt wird."

Donnerstag, 1. Juli:

19.30 Uhr, Gasthaus Blume: Begrüßung der Stadtschreiber mit Manuskriptlesung

Freitag, 2. Juli:

21 Uhr, Kinzigtalbad: Eröffnungsveranstaltung mit Michael Ferner

Samstag, 3. Juli:

10.30 Uhr, Gasthaus Löwen: Nägele mit Köpf

14 bis 21.30 Uhr, ganz Hausach: Markt der Worte

Sonntag, 4. Juli:

15 Uhr, Gasthaus Eiche: Tschechische Literatur zu Gast in Hausach

19.30 Uhr, Gasthaus Eiche: Weltlese

Montag, 5. Juli:

19.30 Uhr, Gasthaus Eiche: Literatourfenster Österreich

Freitag, 6. August:

Verleihung des Leselenz-Preises der Thumm-Stiftung

Samstag, 7. August:

Ein Kulturumzug: Poetische Wort- und Klangparade

Sonntag, 8. August:

Versopolis mit Dichtern aus Griechenland, Litauen, Spanien und Öterreich

Weitere Informationen und Uhrzeiten zu den Terminen im August werden noch bekannt gegeben.