"Lebensgefährlich"? Stadt Lahr legt "Emely"-Baustelle still

Von Felix Bender
Seit 2017 baut die Firma Emely im Industriehof, 20 Wohnungen sollen entstehen – jetzt ist vorerst Schluss. Foto: Emely (Archiv)

Erneuter Ärger für die Firma Emely: Die Stadt Lahr hat die Baustelle des Unternehmens im Indu­striehof versiegelt. Wie und wann der Bau der 20 Wohnungen weitergehen kann, ist aktuell unklar.

Lahr - Seit 2017 ist die Firma Emely auf dem ehemaligen Roth-Händle-Areal zugange – jetzt ist erst einmal Schluss. Wie Geschäftsführer Emin Jafarov der LZ erklärte, wurde die Baustelle in dem denkmalgeschützten Gebäude im Industriehof 5 Ende vergangener Woche versiegelt. "Die Stadt sagt, es sei lebensgefährlich, das ist völliger Quatsch." Die Rede sei unter anderem von illegalen Gasleitungen und mangelndem Brandschutz, was Jafarov nicht nachvollziehen kann: "Wir haben ein Bestandsgebäude übernommen, die Leitungen lagen schon. Zudem haben wir einen klaren Brandschutzplan, an den wir uns halten." Lediglich beim Balkonbau gebe es noch Nachholbedarf, räumt der Geschäftsführer ein. "Das ist aber kein großes Problem und schon gar kein Grund, uns den Bau zu stoppen."

Es ist nicht das erste Mal, dass "Emely" mit der Lahrer Baurechtsbehörde im Clinch liegt. Zuletzt gab es Ärger auf der Baustelle in der Heiligenstraße, wo auf dem Gelände der ehemaligen Johannis-Druckerei 80 Wohnungen entstehen sollen. Weil die Stadt die Baufreigabe versagte, reichte die Firma im Januar Klage beim Verwaltungsgericht ein. Das Verfahren läuft.

"In der Heiligenstraße sind wir uns zuletzt nähergekommen, dass es jetzt auch Probleme im Industriehof gibt, ist sehr unschön", erklärte Guido Schöneboom am Mittwoch auf LZ-Nachfrage. Laut dem Ersten Bürgermeister ist das Statikproblem mit den Balkonen nur eines von mehreren. So sei die Heizung nicht abgenommen und es gebe bis heute keine Baufreigabe.

Jafarov wittert erneut persönliche Animositäten seitens der Stadt, wie schon im Fall der Johannis-Druckerei: "Es kommt mir völlig willkürlich vor, was hier passiert, so etwas habe ich jedenfalls noch nie erlebt." Schöneboom hatte schon Anfang des Jahres erklärt, dieser Vorwurf entbehre "jeglicher Grundlage". Man handle nach den Vorschriften, wie bei allen anderen Bauherren auch.

Wie schnell es auf dem Industriehof weitergehen kann, vermag der Bürgermeister nicht zu sagen: "Wenn die benötigten Nachweise vorliegen, entsiegeln wir die Baustelle wieder. Es ist ein Bemühen seitens der Firma zu erkennen, aber noch reicht es nicht." Jafarov zeigt sich desillusioniert. Eigentlich sollten die Wohnungen schon 2019 fertig sein: "Ob es jetzt noch zwei oder zehn Jahre dauert – ich habe keine Ahnung. Wir haben unseren Anwalt eingeschaltet."

Info - Das plant das Unternehmen

Die Firma "Emely", die in Lahr vor allem durch ihre (bis heute unvollendeten) Pläne zum Bau eines Großhotels am Alten Stadtbahnhof bekannt ist, will im Industriehof 20 Wohnungen im denkmalgeschützten Bestand errichten, zwischen 37 und 128 Quadratmeter groß. Dazu sind je zwölf Stellplätze und Garagen sowie sechs Carports vorgesehen.

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