Landrat beantragt Modellprojekt Kann der Europa-Park trotz Corona-Krise bald öffnen?

Falls die Ortenau "Modellregion" wird, soll in einem ersten Schritt dem Einzelhandel, der Gastronomie, der Hotellerie, Kultureinrichtungen – sowie dem Europa-Park und dem Freilichtmuseum Vogtbauernhof – erlaubt werden zu öffnen. (Archivfoto) Foto: Schabel

Offenburg - Landrat Frank Scherer hat am Montag offiziell beantragt, den Kreis zur Modellregion für Öffnungsstrategien zu machen. Unter strengen Schutzkonzepten soll so auch der Europa-Park wieder öffnen dürfen – falls das Land dem Antrag statt gibt.

Scherer habe den Antrag am Montag an Minister Manfred Lucha beim Ministerium für Soziales und Integration geschickt, so das Landratsamt am Montagnachmittag. In dem Modellprojekt solle es insbesondere um Öffnungen unter vorab festgelegten Bedingungen gehen, erläutert der Landrat. In einem ersten Schritt sollen dem Einzelhandel, der Gastronomie, der Hotellerie, Kultureinrichtungen sowie dem Europa-Park und dem Freilichtmuseum Vogtbauernhof ermöglicht werden, den Betrieb wieder aufzunehmen. Als "Modellregion" soll der gesamte Ortenaukreis gelten.

Anderer Weg als Tübingen

"Allerdings möchten wir ganz bewusst einen anderen Weg als Tübingen gehen", betont der Landrat. Es gehe nicht um alle, sondern nur um einige Betriebe und Einrichtungen, die sich durch ein wissenschaftlich geprüftes strenges Hygiene-, Schutz- und Testkonzept auszeichnen müssten. Diese würden dafür vorab durch das Gesundheitsamt zertifiziert, informiert der Landrat. So sei ein besonders hohes Schutzniveau für Besucher sichergestellt.

Anhand dieser Versuchsteilnehmer könnte so bereichsspezifisch erprobt werden, ob und inwieweit in den betreffenden Bereichen in Zukunft von der Politik Öffnungsschritte beschlossen werden können, wenn neben den allgemeinen Schutzmaßnahmen bereichsspezifische Konzepte umgesetzt werden.

Die Zertifizierung der Betriebe würden das Gesundheits- und Gewerbeaufsichtsamt des Ortenaukreises unter Mitwirkung des Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga, des Einzelhandelsverbands sowie der Wirtschaftsregion Ortenau vornehmen.

Konsequentes Testregime in den Kommunen

Die Kommunen des Ortenaukreises würden ein konsequentes Testregime sicherstellen, so die Idee. Bereits jetzt stehe der Ortenauer Bevölkerung und allen Besuchern mit insgesamt rund 40 großen Teststationen in den Städten und Gemeinden, sowie zahlreichen weiteren Testangeboten, etwa in Apotheken, eine flächendeckende Testinfrastruktur zur Verfügung. Diese könne bedarfsorientierte kurzfristig erweitert werden, heißt es in der Mitteilung.

Mit der geplanten Einführung des "Ortenauer Tagespasses" erfolge zudem eine IT-gestützte Anbindung aller zertifizierten Schnelltestzentren an das Gesundheitsamt. Eine rasche Feststellung erkrankter Personen sowie eine umgehende und lückenlose Nachverfolgung etwaiger Kontaktpersonen, sei so auch künftig sichergestellt. Daneben bilde die seit Anfang März 2021 im Ortenaukreis eingebundene "Luca-App" einen weiteren wichtigen Baustein bei der schnellen und sicheren Kontaktpersonennachverfolgung und damit der Durchbrechung etwaiger Infektionsketten.

Wissenschaftlich begleitet würde das Projekt durch das "Institute of Public Health" des Universitätsklinikums Mannheim. Im Landratsamt koordiniert Dezernent Michael Loritz das Vorhaben.

Bereits Mitte vergangener Woche hatte Landrat Scherer angekündigt, mit den Oberbürgermeistern der fünf großen Kreisstädte bezüglich eines Modellprojekts im Austausch zu sein (wir berichteten). Wie schnell das Sozialministerium nun über den Antrag entscheiden wird, bleibt vorerst offen.

In sogenannten Modellkommunen oder -regionen werden mit strengen Schutzmaßnahmen und Testkonzepten die Beschränkungen in einzelnen Bereichen gelockert. Beim Land beworben haben sich unter anderem der Kreis Calw als Modellregion sowie Neckarsulm, Ludwigsburg und Singen – nun eben auch der Ortenaukreis. Die Kommunen und Kreise berufen sich auf einen Beschluss der Bund-Länder-Konferenz. Dort war entschieden worden, dass die Länder im Rahmen von Modellprojekten einzelne Bereiche des öffentlichen Lebens unter strengen Voraussetzungen öffnen können.

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