Lahrer Betreiber beklagt Imageschaden Deutlich weniger Besucher im Kino

Thomas Kroll
Die 2G-plus-Regel machte dem Forum-Kino Lahr am Wochenende schwer zu schaffen. Mehrere Besucher hatten keinen aktuellen Test bei sich. Foto: Forum Kino

Das Corona-Virus macht vor keinem Bereich des öffentlichen Lebens Halt. Nun müssen auch Kinobetreiber den Zutritt zu ihren Hallen einschränken. So gilt seit Mittwoch vergangener Woche für Besucher des Forum Kinos Lahr die 2G plus-Regelung.

Lahr - Mit dem Inkrafttreten der neuen Corona-Verordnung in der vergangenen Woche sind für Kinobesucher mit der 2G plus-Regelung weitere Hürden hinzugekommen. Seit Mittwoch darf nur noch ins Kino, wer geimpft oder genesen ist und dem Kinopersonal außerdem einen tagesaktuellen negativen Schnell-Test vorlegen kann. Jan Marc Maier, Geschäftsführer des Forum-Kinos, bezeichnet dies als einen "Lockdown durch die Hintertür", der sich direkt bemerkbar gemacht habe. "Wir hatten rund 40 bis 50 Prozent Einbußen von einem aufs andere Wochenende". Der wirtschaftliche Betrieb des Forum Kinos sei so auf längere Sicht nicht aufrechtzuerhalten.

Neben den gestiegenen Hürden für einen Kinobesuch komme hinzu, dass vielen die neuen Eintrittsregeln nicht geläufig waren. Das Forum Kino kommuniziere die geltenden Regeln zwar über alle denkbaren Kanäle, doch das reiche nicht aus. "Da es keine einheitlichen Regelungen gibt, verliert man einfach den Überblick", so Maier.

Auch weil der Sprung von 2G auf 2G plus innerhalb von zwei Tagen erfolgt sei. "Viele hatten da längst ihre Tickets online bestellt und sind ohne Test gekommen." Die Konsequenz: Trotz Eintrittskarte mussten sie wieder gehen.

Auch Hinweise auf nahe gelegene Testmöglichkeiten würden nicht helfen, da die Besucher meist erst kurz vor dem Beginn des Films im Kino eintrudeln. "Was bleibt, ist ein Imageschaden", ist sich Maier sicher. Denn ihren verständlichen Ärger projizieren die Ticketinhaber auf das Personal. Dabei befolge man nur die gesetzlichen Vorgaben.

Der Kinochef sieht bei der Wahl der jeweils geltenden Regeln eine Ungleichbehandlung. Er verstehe nicht, warum beispielsweise in der Gastronomie 2G, im Kino aber 2G plus gelte. Der 48-Jährige hofft nun auf kluge Entscheidungen durch die Politik und appelliert: "Ziel muss es sein, die Pandemie zu bekämpfen, strengere Regeln müssen für alle gelten."

Das Kino, so Maier, sei aktuell einer der sichersten Orte. Man verfüge über Hochleistungslüftungsanlagen, die Abstandsregeln werden jederzeit eingehalten, überall gelte die Maskenpflicht. Nur zum Essen oder Trinken dürfe im Saal die Maske abgesetzt werden. "Gerade in schwierigen Zeiten wie diesen ist das Kino ein Sehnsuchtsort, in dem man in andere Welten abtauchen und sich vom Alltag ablenken kann", weiß Maier. Er freue sich über jeden Besucher, der bereit ist, die Testpflicht auf sich zu nehmen.

In Kinos gilt die 2G-plus-Regel. Genesene und geimpfte Personen müssen zusätzlich einen tagesaktuellen negativen Schnell- oder PCR-Test vorlegen. Mit dem Eintritt in die Alarmstufe II reicht der gelbe Impfpass nicht mehr aus. Es dürfen nur noch digitale Impf- und Genesenen-Zertifikate vorgelegt werden. Diese werden vom Kinopersonal elektronisch überprüft und mit einem amtlichen Ausweisdokument abgeglichen.