Lahr Zwischen Wahrheit und Fiktion

Monika Kropshofer führt in ihren Werken Fotografien und Malerei zusammen. Foto: Haberer Foto: Lahrer Zeitung

Lahr - Monika Kropshofer zählt zu den Künstlern, die sich im vergangenen Jahr auf der Landesgartenschau präsentiert haben. In der Galerie der Künstlergruppe "L’art pour Lahr" ist nun eine Einzelausstellung der Frau aus dem Rheinland zu sehen. "Wahrheit und Fiktion" führt im Kontext grafischer Kompositionen Malerei und Fotografie zusammen.

Die vier Arbeiten, die Kropshofer 2018 im Bürgerpark der LGS gezeigt hat, sind mittlerweile Teil der städtischen Kunstsammlung. Nun stellt die in Boppard am Mittelrhein lebende Künstlerin erstmals in der Galerie von "L’art pour Lahr" aus. Zu sehen sind knapp 30 Arbeiten, die im Kontext einer grafischen Bildsprache mit der Wahrnehmung des Betrachters spielen. "Wahrheit und Fiktion" basiert auf der Überlagerung von Fotografie und Malerei, einer Verschränkung, die immer wieder den dreidimensionalen Raum öffnet.

Konzept über Jahre weiterentwickelt

Ausgangspunkt ist dabei die klassische Übermalung von Fotografien, die sich in einigen älteren Arbeiten manifestiert. Landschaftseindrücke aus China kommunizieren mit Linien und geometrischen Flächen, mit Konturen, die Gebirgszüge nachzeichnen, die Darstellung selbst neu zentrieren. Kropshofer hat diesen Ansatz in den vergangenen Jahren gleich auf mehreren Ebenen konsequent weiterentwickelt. Als Bildträger fungieren mittlerweile durchsichtige Kunststoffplatten aus aneinandergereihten Segmenten, die den Arbeiten einen ganz eigenen Stempel aufdrücken. Die Künstlerin kann so die bedruckte Vorderseite, aber auch die Rückseite bemalen. Es entsteht die Illusion einer dreidimensionalen Darstellung, in der die grafische Komponente immer wieder klar dominiert.

Verstärkt wird dieser Effekt durch eine Hinwendung zu urbanen Motiven, in denen die Architektur des städtischen Kulturraums mit der Kamera eingefangen wird. Da sind die Schienenstränge der Rheintalbahn, ein eingerüsteter Kirchturm, der gespiegelt wird, oder Kirchenfenster, Treppenaufstiege und Glasfassaden. Kropshofer legt Farbräume und Linien darüber, lässt das fotografische Motiv bisweilen fast gänzlich verschwinden. Manchmal prallen auch unterschiedliche Darstellungen aufeinander. Eine üppige Urwaldlandschaft schimmert durch ein ebenfalls mit der Kamera eingefangenes Mauerwerk, über das die Künstlerin gotische Bögen und klassizistische Formen gemalt hat.

Die Ausstellung ist bis Sonntag, 3. Februar, zu sehen. Die Öffnungszeiten sind samstags und sonntags, von 11 bis 15 Uhr. Zur Finissage am 3. Februar wird die Künstlerin anwesend sein.

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