Lahr Zieht TGB nach Mietersheim?

Lahr.Im Zuge der Neuordnung des Sportareals Dammenmühle ist ein wichtiger Schritt nahe: ein Umzug der TGB Lahr nach Mietersheim. Das würde neue Optionen für die beteiligten Vereine eröffnen. Gespräche dazu haben bereits stattgefunden.

Zumindest öffentlich hat sich zuletzt wenig bei der Weiterentwicklung der Sportareale Dammenmühle und Klostermatte getan. Die Planungen "sind derzeit noch offen", heißt es von der Stadt. Das dürfte auch daran liegen, dass noch einige Fragen mit und zwischen den Vereinen geklärt werden müssen, bevor die Arbeiten, die im November 2019 auf fast acht Millionen Euro beziffert wurden, starten können.

TGB-Umkleiden seit zwei Jahren in Containern

Klar ist, dass der Sportclub Lahr seine Aktivitäten komplett an die Dammenmühle verlagern will, wofür er vier Sportplätze braucht. Einer davon wäre der derzeitige Hockeyplatz, ein vierter könnte das Fußballfeld sein, auf dem die TGB Lahr (Türkischer Jugend-Gemeinschaftssportbund) ihre Spiele austrägt.

Die dortigen Umkleiden befinden sich seit dem Sportheim-Brand 2018 in Containern, das gefällt der TGB freilich nicht. Umzug nach Mietersheim steht im Raum: Im Gespräch ist daher ein Umzug nach Mietersheim, das dortige Sportgelände wäre nutzbar.

Der Dialog zwischen den Beteiligten läuft, erst am Mittwoch stand ein erneutes Treffen auf dem Plan. Eine Einigung zwischen Stadt- und Ortsverwaltung sowie den Vereinen steht jedoch noch aus, wie der TGB-Sportvorstand ­Batuhan Tug der LZ berichtet. "Es wäre toll, wenn es klappen würde", sagt er, auch wenn man nur "ungern" die Dammenmühle verlasse.

Klare Vorstellungen der Kicker

In die Gespräche geht die TGB mit klaren Vorstellungen. Eine Voraussetzung für den Umzug nach Mietersheim ist, dass das dortige Vereinsheim früher oder später Eigentum des Vereins werde, sagt Tug. Noch ist das Sportheim in Besitz des Mietersheimer Vereins, als Übergangslösung wird derzeit auch über eine Pachtlösung mit Kaufoption gesprochen.

Entweder Mietersheim oder an der Dammenmühle bleiben

Final entschieden ist also noch nichts. Die Stadt unterstütze die Pläne, so Tug. Falls es zu einem Umzug kommen würde, stünde dieser wohl zur Saison 2021/22 an. Einen Plan B gibt es auch schon: "Dann bleiben wir, wo wir sind", sagt Tug. Damit müsste das Sportkonzept der Stadt grundlegend überarbeitet werden, da dem SCL nur drei Plätze zur Verfügung stünden. Die Frage nach dem TGB-Standort ist also essenziell für die gesamten Planungen, der einzig offene Punkte ist es freilich nicht.

Zusammenarbeit zwischen Hockey- und Tennisclub

Was zunächst schwierig schien, könnte doch noch klappen – eine Zusammenarbeit von TC und HC Lahr. Auch eine Fusion mit gemeinsamer Nutzung eines Clubheims stand vor gut einem Jahr im Raum und ist derzeit wieder im Gespräch. Eine Entscheidung steht jedoch noch aus, heißt es von der Stadt auf LZ-Nachfrage. Sollte der HC also an der Dammenmühle bleiben wollen, würde man auf den alten Hockeyplatz im nördlichen Teil des Areals zurückgreifen – nebenan befinden sich die Tennisplätze.

Ideen für Sport-Kita auf dem Areal Dammenmühle

Ein weiterer Baustein des Sportkonzepts, der erst kürzlich hinzu kam, ist der Bau einer Sport-Kita auf dem Areal Dammenmühle. Diese Idee kam während der Gemeinderatsklausur auf, die Planungen sollen im Jahr 2021 aufgenommen werden, heißt es aus dem Rathaus.

Stadt freut sich auf Landesturnfest 2022 

Die Leichtathletikanlage im Stadion Dammenmühle ist veraltet und muss dringend modernisiert werden. Mit Blick auf das Landesturnfest, das im Jahr 2022 in Lahr stattfinden soll, sind die Arbeiten an der Laufbahn sowie der Sprunggrube für das Frühjahr 2021 vorgesehen, teilt die Verwaltung mit.

Die gemeinsamen Planungen mit dem Badischen Turnerbund für die Großveranstaltung laufen derweil auf Hochtouren, berichtet die Stadt. "Da das Landesturnfest in Ludwigsburg ausfallen musste, gibt es eine besondere Vorfreude auf Lahr 2022", so die Verwaltung. 

Unsichere Haushaltslage

Von Anfang an war die Stadt bemüht, alle betroffenen Vereine mit in die Überlegungen einzubinden. Daher sollten noch im November mit den Clubs weitere Fragestellungen diskutiert werden. Auch Corona dürfte dabei eine Rolle spielen.

Ob das Sportkonzept im geplanten Umfang bis 2025 umgesetzt wird, ist ungewiss. "Angesichts der finanziellen Haushaltslage ist derzeit unklar, wie und in welchen Schritten das Projekt realisiert werden kann", heißt es dazu von der Stadt.

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