Lahr Wird die Handballsaison abgebrochen?

Foto: Bohnert-Seidel Foto: Lahrer Zeitung

Das Coronavirus breitet sich immer weiter aus und trifft auch mehr und mehr den Lokalsport. Beim Südbadischen Handballverband macht man sich dazu intensiv Gedanken. Die Überlegungen reichen von Geisterspielen bis hin zum Abbruch der Saison.

Behörde empfiehlt Veranstaltungsabsage bei mehr als 200 Personen

Verantwortliche in Sportvereinen- und Verbänden sind derzeit nicht zu beneiden. Denn von der Empfehlung des Ortenauer Landratsamts, Veranstaltungen ab 200 Personen abzusagen, sind auch viele Lokalsportveranstaltungen betroffen. Da es jedoch keine behördliche Anordnung ist, obliegt die Entscheidung Verbänden und Vereinen.

Verband arbeitet eng mit Behörden zusammen

"Wir halten uns an die Vorgaben der Behörden", sagt Ansgar Huck, Vizepräsident Spieltechnik beim Südbadischen Handballverband (SHV), mit Blick auf den Spielbetrieb. Selbiges empfehle man auch den Vereinen. Auf der Homepage des SHV informiert auch dessen Präsident Alexander Klinkner über den aktuellen Stand, nachdem am Dienstag Telefonkonferenzen auf Ebene des Deutschen Handballbunds und Handball Baden-Württemberg stattfanden. "Die Gesundheit unserer Spieler hat höchste Priorität", heißt es in dem Schreiben. Man arbeite eng mit den Behörden zusammen, ihre Vorgaben haben Priorität, so Klinkner.

Entscheidung soll bis Freitag getroffen werden

"Wir haben aber auch eine Verpflichtung den Vereinen gegenüber aus dem Spielbetrieb. Es gilt also abzuwägen", heißt es aber weiter. Im Laufe der Woche gebe es weitere Gespräche auf verschiedenen Ebenen. Eine generelle Vorgabe für das kommende Wochenende gibt es laut dem SHV-Präsidenten jedoch noch nicht. Man erwarte ein Ergebnis bis spätestens Freitag. Klar ist aber bereits, dass "Veranstaltungen bei denen kein sportlicher Wettkampf im Vordergrund steht", verschoben werden. Darunter fallen laut Klinker unter anderem das AOK Startraining sowie die VR Talentiade.

Abbruch und Geisterspiele werden diskutiert

Wie es am Wochenende – und auch danach – weitergehen soll, ist aber noch unklar. Vizepräsident Huck sprach gegenüber unserer Zeitung davon, dass "weitreichende Konsequenzen für den Spielbetrieb möglich" seien. Welche genau, ließ er offen. Im Schreiben von Klinker heißt es, dass weder über einen Abbruch der laufenden Saison, noch über Geisterspiele ohne Zuschauer entschieden sei. Das bedeutet aber wohl, dass beide Maßnahmen derzeit diskutiert werden.

Schuttern wollte Partie am vergangenen Sonntag verlegen

Auch auf Vereinsseite werden Gedankenspiele angestellt. Beim Landesligisten TuS Schuttern, dessen Heimspiele in der Offohalle regelmäßig gut besucht sind, wollte man bereits die Partie gegen die Schutterwälder Reserve am vergangenen Sonntag als Vorsichtsmaßnahme verlegen. Mit dem Gegner sei man sich einig gewesen, sagt Abteilungsleiter Bernhard Eble. Der Verband schob allerdings einen Riegel vor, so Eble.

Verlegungsfrist gilt nicht mehr

 Am Wochenende dürfte eine kurzfristige Verlegung aber möglich sein. Laut dem Schreiben des SHV-Präsidenten wurde die Zehn-Tages-Frist bei Verlegungen außer Kraft gesetzt. Wie man beim TuS am Wochenende mit der Situation umgehen wird, ist jedoch noch nicht klar, man hoffe auf eine offizielle Ansage. Das wünscht sich auch der Schutterner Vorsitzende Matthias Greiner. Grundsätzlich findet er, dass man die Saison – analog zu den Eishockeyligen – auch jetzt abbrechen könnte.

 HSG Ortenau Süd bespricht weiteres Vorgehen

Ganz so weit wollte Siegmund Bläsi von der HSG Ortenau Süd noch nicht gehen. Aber auch er spricht von einer "schwierigen Situation", auch im Jugendbereich. Denn bei der HSG gebe es Spieler, die aufs Lahrer MPG gehen und vorsorglich zu Hause bleiben sollen. Wie genau die HSG den Spieltag am Wochenende angehen werde, ist noch nicht klar. Bis Donnerstag wolle man es aber klären, so Bläsi.  

 Probleme bei  Auf- und Abstiegsregelung

Sollte vom Verband tatsächlich entschieden werden, die Saison vorzeitig (in der Landesliga stehen beispielsweise noch sechs Spieltage aus) abzubrechen, dürfte das große Auswirkungen für den künftigen Spielbetrieb haben. Vor allem in Sachen Auf- und Abstieg sieht SHV-Vizepräsident Huck "große Probleme auf uns zukommen". Wie allen anderen ist aber auch ihm klar, dass die Gesundheit der Sportler natürlich vorgeht.

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