Lahr Winterpause wird wahrscheinlicher

Fliegt der Ball im Südbadischen Handball in diesem Jahr noch mal? Nachdem sich zuletzt schon viele Vereine skeptisch geäußert hatten, wachsen nun auch beim Verband die Zweifel. Bis zu einer offiziellen Entscheidung wird man aber wohl auf die Ministerpräsidentenkonferenz am kommenden Mittwoch warten.Foto: Wolf Foto: Lahrer Zeitung

Noch steht der 12. Dezember als Termin für den Re-Start im Südbadischen Handball. Doch auch beim Verband wachsen die Zweifel, ob dieses Jahr noch mal gespielt werden kann. Eine Entscheidung soll in der kommenden Woche fallen.

Als sich am Montagmittag Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten in einer Videokonferenz ausgetauscht haben, werden wohl auch Sportfunktionäre aus einigen Verbänden genau hingeschaut haben. Denn während der Südbadische Fußballverband bereits früh entschieden hat, dass in diesem Jahr keine Spiele mehr stattfinden werden, haben die "Kollegen" des Handballverbands (SHV) den 12./13. Dezember als möglichen Termin für einen Re-Start gesetzt.

Komplett vom Tisch sind Spiele im Dezember auch nach den Bund-Länder-Beratungen noch nicht, Beschlüsse dazu wurden von der Politik nicht getroffen. Stattdessen soll am Mittwoch, 25. November, beraten werden, wie es im Dezember weitergeht. Auch der Amateursport ist von den dann getroffenen Regelungen abhängig, endgültige Entscheidungen sind daher vorher nicht zu erwarten. Das bestätigte der SHV-Vizepräsident Spieltechnik Ansgar Huck am Dienstag.

So richtig an eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs in diesem Jahr glaubt er aber nicht mehr. "Realistisch muss man sagen: Dieses Jahr wird das nichts mehr", sagt Huck. Denn bislang sind die Infektionszahlen noch zu hoch – dass im Dezember wieder Kontaktsport im Amateurbereich möglich ist, scheint nur schwer vorstellbar. Dessen ist man sich beim SHV bewusst. "Nach allem was wir hören, ist es unvorstellbar", so Huck.

Eine Entscheidung kündigte er für die kommende Woche an. Denkbar ist, dass der Verband nach den politischen Beschlüssen die Konsequenzen ziehen wird. Bis dahin sind Spiele im Dezember zumindest in der Theorie noch möglich.

Schon in der vergangenen Woche hatten sich jedoch auch Trainer und Vereinsvertreter skeptisch gezeigt, an Spiele im Jahr 2020 wollte keiner so richtig glauben. Dieser Denkweise hat sich nun wohl auch der Verband angeschlossen.

Das dürfte auch eine Anpassung des Modus bedeuten. Denn die ursprünglich geplante Saison mit Gruppenphase und Endrunde wird nur schwer durchführbar sein. Man werde daher wohl auf einen Alternativplan zurückgreifen, so Huck. Dieser Plan sieht in der Meister- und Abstiegsrunde kleinere Gruppen vor, die Teams aus dem Mittelfeld würden eine Platzierungsrunde spielen.

Denkbar sind aber auch Entscheidungsspiele der Gruppenersten aus der Vorrunde sowie Abstiegsspiele. Mit diesem Thema beschäftigt sich derzeit eine Arbeitsgruppe, "die auf die neuen Gegebenheiten reagiert", so Huck. Dass diese Gegebenheit vorzeitige Winterpause heißt, wird immer wahrscheinlicher.

Unklar ist ebenfalls noch, wie es in der Oberliga Baden-Württemberg weitergeht. Bislang ist die Saison bis zum 30. November unterbrochen. Am Dienstagabend gab es eine Sitzung der Spieltechniker, die Vorschläge erarbeitet haben, wie es weitergehen kann. Diese werden am heutigen Donnerstagabend dem Vorstand von Handball Baden-Württemberg vorgestellt, sagte Johannes Kern, Vorsitzender des Landesausschuss Spieltechnik. Wie die Vorschläge aussehen, wollte er jedoch noch nicht sagen. Neben einem möglichen Re-Start-Termin dürfte es in den Vorschlägen vor allem um den Modus der weiteren Saison gehen. Denn anders als in Südbaden hat man sich in der Oberliga für eine reguläre Saison entschieden. Schutterwald, Teningen und Co. müssen also insgesamt 34 Spieltage absolvieren – Schutterwald spielte bisher viermal, Teningen erst zweimal. Dieser Modus dürfte nun nur noch sehr schwierig umzusetzen sein, da auch im normalen Terminplan wenig Pausen vorgesehen waren. Welcher Modus nun gewählt wird, soll sich am Donnerstag entscheiden. Die dritte Liga und die Jugendbundesliga hatten schon bekannt gegeben, dass in diesem Jahr kein Spielbetrieb mehr stattfinden wird. Dort soll es nach derzeitiger Planung Anfang Januar weitergehen.

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