Lahr Windrad: "Es besteht Lebensgefahr"

Lahr/Seelbach - Noch diese Woche könnte feststehen, wann das am Freitag abgebrannte Windrad auf dem Langenhard abgebaut wird. Bis dahin bleibt das Betretungsverbot rund um den Brandort bestehen. Unklar ist, was an dem Standort künftig passieren wird.

Die Betreiber des Windrads, die Regiowind Plus Lahr/Seelbach und die Firma Ökostrom aus Freiburg, haben bereits einen Sachverständigen beauftragt. "Erst einmal stehen die Schadensermittlung und die Schadensbeseitigung im Mittelpunkt", sagt Ökostrom-Geschäftsführer Andreas Markowsky. Der Gutachter werde zunächst mit einer Drohne das Windrad von oben untersuchen, um festzustellen, ob ein Abbau problemlos möglich sein wird. "Ich hoffe, dass wir noch in dieser Woche in dieser Frage weiterkommen." Vermutlich werde erst der Abbau Rückschlüsse zulassen auf die Ursachen des Brands.

Und was wird aus dem Standort des Windrads? Markowsky sagt, dass diese Frage noch nicht geklärt sei und grad auch nicht im Mittelpunkt stehe. Er hält einen Neubau an selber Stelle aber für unwahrscheinlich. Da eine größere Anlage gebaut werden würde, wäre der Abstand zu der anderen Anlage zu gering. "Die Blätter würden sich fast berühren." Ob ein Neubau an anderer Stelle in dem Gebiet möglich ist, müsse geprüft werden. So oder so müsste ein neues Genehmigungsverfahren eingeleitet werden.

Anlagen werden weiter laufen, solange Brandursache unklar

Die anderen beiden Windräder auf dem Langenhard sind bereits am Freitag wieder angefahren worden. "Vorher wurden sie nochmals überprüft", so Markowsky. "Solange wir nicht wissen, was den Brand verursacht hat, werden die Anlagen laufen."

Der Geschäftsführer hofft, schnell mit dem Abbau beginnen zu können. Auch, damit das Gebiet wieder für die Bürger freigegeben werden kann. Denn das Betretungsverbot im Umkreis von 500 Metern wird solange gelten, bis insbesondere Gondel und Rotorblätter demontiert sind, sagt Nadja Heine von der Pressestelle der Stadt Lahr. Danach könne der Absperrbereich erheblich reduziert werden.

Die Polizei kümmere sich darum, dass das Verbot auch eingehalten wird. Bei Nichtbeachtung droht ein Bußgeld von 500 Euro. "Es besteht weiter Lebensgefahr", macht Heine nochmals deutlich. Dies auch vor dem Hintergrund, dass der betroffene Bereich direkt im Rad- und Wanderwegenetz um Lahr und Seelbach liegt und ein Wanderweg direkt unter dem Windrad durchführt.

Wie erwartet seien am Wochenende während des Sturms lose Teile zu Boden gefallen. "Aus einer Höhe von mehr als 100 Metern kann auch das kleinste Teil zum tödlichen Geschoss werden. Je nach Stärke des Windes kann dieser die Teile in einem großen Radius streuen, sodass man nicht direkt darunter stehen muss, um getroffen zu werden."

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