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Lahr Wie man glücklich(er) wird

"Jeder ist seines Glückes Schmied": Karlheinz Ruckriegel bei seinem Vortrag im Teatro dell‘ Arte. Foto: Breuer Foto: Lahrer Zeitung

Von Christine Breuer

 

Lahr. Spätestens seit Montag wissen die Kunden der Volksbank Lahr, die an der Jahresschlussveranstaltung im Teatro dell‘ Arte teilgenommen haben, wie man glücklich wird oder glücklicher sein kann. Glücksforscher Karlheinz Ruckriegel erläuterte den Weg dahin.

"Jeder ist seines Glückes Schmied", besagt ein altes Sprichwort. Und glaubt man den Ausführungen Ruckriegels, gibt es einfache Wege für ein glücklicheres Dasein. Doch bis Ruckriegel mit den praktischen Tipps herausrückte, gab es einen Diskurs durch das Reich der Volkswirtschaftslehre. Denn der 57-Jährige verlässt sich nicht auf Esoterik und Hokuspokus, er begründet seine Ausführungen ganz pragmatisch anhand der Ökonomie und Psychologie.

Die praktischen Tipps, die Ruckriegel parat hatte, lassen sich von jedem leicht und ohne Kostenaufwand umsetzen. Denn: "Glück ist von Haus aus preiswert." Der erste Weg führe übers Emotionsmanagement. "Der Weg zum Glück geht durchs Gehirn", erklärte Ruckriegel. Einstellungsänderungen könnten beeinflussen, wie sich ein Mensch fühlt. Dazu müsse man nur verändern, was man denke. "Ein negatives Gefühl, das man nicht gehabt hat, hat man nicht gehabt", zitierte er Eckhart von Hirschhausen und bezog sich auf die Reaktionen von Autofahrern im Stau. "Was bringt es, sich aufzuregen, deshalb löst sich der Stau nicht auf." Positive Gefühle würden helfen, Probleme zu lösen und Stress schneller zu bewältigen.

Wichtig sei das Verhältnis zwischen positiven und negativen Gefühlen, berichtete der zweifache Vater weiter. "Auf jedes schlechte Gefühl sollten mindestens drei gute kommen, für Beziehungen gilt sogar das Verhältnis fünf zu eins." Weitere Tipps waren das Gefühlstagebuch, in dem man täglich drei Dinge eintragen sollte, für die man dankbar ist. "Das ändert mit der Zeit die innere Einstellung." Realistische Ziele mit gut erreichbaren Unterzielen setzen, Optimismus trainieren, Grübeleien und soziale Vergleich meiden, die Hilfsbereitschaft stärken, soziale Kontakte vertiefen, Bewältigungsstrategien entwickeln, vergeben lernen, im Hier und Jetzt leben, aufgehen in dem, was man tut, für den Körper sorgen und mit Religion und Spiritualität beschäftigen – das sind die Grundregeln, die Ruckriegel den Zuhörern mit auf den Weg gab.

Unternehmern empfahl er, für die Zufriedenheit ihrer Mitarbeiter durch Wertschätzung und Anerkennung zu sorgen. Wer gern arbeiten gehe, arbeite auch gern mal länger und in jedem Fall produktiver.

Als Starterpaket hatte der Volkswirtschaftler noch einen Tipp parat: "Täglich die Gefühlsbilanz verbessern, negative Gefühle in den Griff bekommen und die Emotionen kontrollieren."

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