Lahr Stadtgulden: Vorschläge für ein lebenswertes Lahr

Archivfoto: Baublies Foto: Lahrer Zeitung

Lahr - Bürger dürfen in diesem Jahr entscheiden, wofür die Stadt einen Teil ihres Geldes ausgibt – 100 000 Euro sind für das Stadtgulden-Projekt eingeplant. Bisher haben die Lahrer 77 konkrete Vorschläge gemacht, wie das Geld verwendet werden soll.

"Wir hatten auf 60 Vorschläge gehofft, nun sind es schon jetzt mehr", stellt Jakob Crone erfreut fest, der für die Koordination verantwortlich ist. Alle Lahrer ab 14 Jahren dürfen noch bis zum 30. Juni Ideen äußern, "mit denen die Stadt lebenswert gestaltet werden kann", so Crone.

Was das mit Stadtgulden zu tun hat? Nun, am Samstag, 12. Oktober, soll es den "Tag der Entscheidung" geben – ein neues Event in der neuen Mehrzweckhalle, bei dem den Besuchern Münzen ausgehändigt werden. Diese "Stadtgulden" werden in Vasen geworfen, die jeweils für ein Projekt stehen. Danach verteilt die Stadt die 100 000 Euro auf die (mindestens zehn) Vorhaben, für die die meisten Münzen abgegeben worden sind. Jedes Vorhaben wird mit maximal 10 000 Euro gefördert.

Das zunächst auf drei Jahre angelegte Stadtgulden-Projekt ist ein "Kind" von Bürgermeister Guido Schöneboom, der die Idee aus Ostdeutschland mitgebracht hat.­ Angesiedelt ist das Projekt beim Amt für Soziales, Schulen und Sport, wo eigens dafür eine befristetet Halbtagsstelle geschaffen worden ist.

Crones Zwischenbilanz ist positiv. Am Stadtgulden-Projekt gefällt ihm, dass es jedermann einbezieht, auch Menschen, die sonst mit Lokalpoltik wenig am Hut haben. "Es gibt ein Bedürfnis nach besserer Kommunikation zwischen Bürgerschaft und Verwaltung", ist er überzeugt –­ das Stadtgulden-Projekt sei dafür das geeignete Mittel.

Die eingereichten Projekte werden von der Stadt auf ihre Machbarkeit geprüft. So ist zum Beispiel der Vorschlag gescheitert, in der Straße "Kanadaring" einen großen Parkplatz einzurichten – dort werden zurzeit bereits die Stellplatzanlagen neu organisiert. Es entstehen private Stellplätze für Anwohner sowie ein öffentlicher Parkplatz am Quartiersplatz mit Café. Der Projektvorschlag wird also schon umgesetzt.

Ein anderer Vorschlag ist dagegen zurückgewiesen worden, da seine Realisierung nicht in der Macht der Verwaltung steht: Ein Bürger will den Funkturm in der Lotzbeckstraße abbauen und in ein Insektenhotel umwandeln lassen. Allerdings sei der Funkturm nicht in städtischem Besitz, begründet die Stadt die Ablehnung dieses Ansinnens.

Nachzulesen ist das alles auf der Stadtgulden-Internetseite, auf auf auch Projektvorschläge gemacht werden können. Dort sind auch alle bisherigen Vorschläge einsehbar – sie zeigen, dass es den Lah­rern an Ideen nicht mangelt. Genannt werden etwa eine Beleuchtung für die Brücke über den LGS-See, eine Bronzestatue für den verstorbenen Obdachlosen Alfons Nowak in der Innenstadt, der Wiederaufbau des ehemaligen Campingplatzes bei der Herzklinik oder mehr E-Ladestationen in der Stadt (siehe Info).

Weitere Informationen: www.stadtgulden-lahr.de
 

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