Lahr Vorbereitung nicht nur auf dem Platz

Im Mai 2018 kamen mehr als 2700 Zuschauer ins Stadion Dammenmühle, um das Verbandspokalfinale zu sehen. Beim Halbfinale zwischen dem SC Lahr und Oberachern ist die Anzahl der beteiligten Personen dagegen auf 500 begrenzt.Archivfoto: Schabel Foto: Lahrer Zeitung

Während sich die Spieler des SC Lahr auf dem Rasen für den ersten Höhepunkt am 8. August fit machen, laufen auch abseits des Platzes die Vorbereitungen auf das Spiel. Für die Verantwortlichen gibt es viel zu tun, damit gespielt werden kann.

Mit der Organisation von Großereignissen hat man beim SC Lahr durchaus Erfahrung. Im Mai 2018 war das Stadion an der Dammenmühle Schauplatz des Südbadischen Pokalfinals zwischen dem SV Linx und dem FC 08 Villingen (Linx gewann mit 2:1). Mehr als 2700 Zuschauer waren mit dabei, die ARD übertrug live in Rahmen des Finaltags der Amateure. Nur zwei Monate später strömten erneut rund 2500 Fans an die Dammenmühle, als der SC Lahr – verstärkt mit einigen Spielern aus der Region – gegen den SC Freiburg kickte.

Organisatorischer Härtetest für die gesamte Saison

Die Vorbereitungen auf Pokal-Halbfinale gegen Oberachern sind mit diesen Events jedoch kaum zu vergleichen, erzählt Frank Müller, Vorsitzender des Verbandsligisten SC Lahr. Grund sind natürlich nicht die Menschenmassen sondern vielmehr die Umsetzung aller behördlichen Vorlagen. Denn bekanntlich findet das Spiel unter Ausschluss der breiten Öffentlichkeit statt. Den Vereinen standen jeweils nur 150 Karten zur Verfügung, diese verloste der SC unter den Mitgliedern. Genaue Zahlen, wie viele Fans sich beworben hatten, hatte Müller am Dienstagmittag noch nicht. "Aber ich gehe davon aus, dass es mehr als 150 waren."

Die Beschränkung der Zuschauer ist jedoch nicht das, was die Verantwortlichen des Sportclubs beschäftigt. Vielmehr ist der SC – und natürlich auch alle anderen Vereine – gezwungen, sich intensiv mit dem Hygienekonzept (siehe Info) auseinanderzusetzen. Nachdem zuletzt schon Testspiele der Jugendteams stattfanden, ist das Pokalduell eine Art Härtetest.

So dürfen auf der Tribüne maximal Gruppen von 20 Personen ohne Abstand beieinander sitzen. Mit Absperrbändern und Bodenaufklebern will man beim SC Lahr dafür sorgen, dass die Abstandsregelungen unter den Zuschauern einhalten werden. Zur Nachverfolgung testet man derzeit ein Online-Registrierungssystem, in dem die Zuschauer ihr Kommen zu den Spielen anmelden können. Bisher habe das "wunderbar funktioniert", so Müller. Sollte sich das Angebot weiter bewähren, werde man es auch für den Liga-Spielbetrieb nutzen.

Zunächst steht beim SC Lahr aber die Vorbereitung auf das Pokalspiel im Mittelpunkt. Derzeit wird daran gearbeitet, alle Vorgaben zu erfüllen und deren Einhaltung während der Spiele zu kontrollieren. Dazu werden dann wohl auch drei bis fünf Ordner eingesetzt, so Müller.

Daran, dass unter normalen Umständen wohl deutlich mehr Zuschauer zum Halbfinale gekommen wären – und damit auch für mehr Umsatz gesorgt hätten – will der SC-Vorsitzende derzeit keinen Gedanken verschwenden. "Der Sport lebt wieder – das ist das Wichtigste", sagt er. Und natürlich hofft er, dass auch der Lahrer Pokaltraum bis zum 22. August – dem Tag des Endspiels – weiterlebt. "Das wäre das absolute Highlight in meiner bisherigen Ehrenamtskarriere."

Der DFB und der SBFV haben zudem einen Leitfaden für den Trainings- und Spielbetrieb veröffentlicht. Dieser betrifft nicht nur die Zuschauer, sondern auch die Spieler, Trainer und Verantwortlichen.

Drei Zonen im Stadion

Demnach soll das Sportgelände in drei Zonen (1. Spielfeld inklusive -umrandung, 2. Umkleidebereich und 3. Zuschauerbereich) unterteilt werden. Der Zugang zu den jeweiligen Zonen ist nur bestimmten Personengruppen gestattet. Zuschauer sollen zudem analog zur Gastronomie ihre Daten zur Nachverfolgung hinterlassen.

Mundschutz in Kabine

Die Abläufe vor und nach dem Spiel sowie in der Halbzeit werden angepasst. So soll in der Kabine möglichst ein Mindestabstand von 1,5 Metern gewahrt werden. "Es wird dringend empfohlen, in den Kabinen einen Mund-Nase-Schutz zu tragen", heißt es in dem Hygienekonzept. Zudem sollen die Ansprachen nicht in der Kabine sondern im Freien abgehalten werden. Keine Rudelbildung Auch auf dem Weg zum Spielfeld muss zu allen Zeitpunkten muss die Abstandsregelung angewendet werden. Daher soll auf das gemeinsame Einlaufen der Mannschaften ebenso verzichtet werden wie auf den Handschlag vor dem Spiel und jede andere Art der "Eröffnungsinszenierung". Auf dem Spielfeld sollen Spieler zudem "auf Abklatschen, In-den-Arm-Nehmen und gemeinsames Jubeln mit Körperkontakt" verzichten. Rudelbildungen sollen ebenfalls unterlassen werden.

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