Lahr Von "Blablabla" und Kanada

Emaline Delapaix bestach mit ihrer klaren Stimme. Lukas Cresswell-Rost begleitete sie. Foto: bau Foto: Lahrer Zeitung

Von Endrik Baublies

Das erste Konzert der Reihe "Kellerklang" hat aus musikalischen Gegensätzen bestanden, die sich zu einem gelungenen Ganzen zusammenfanden. Emaline Delapaix, Nick Parker sowie das Duo Steve Payne und Paul Hobday überzeugten in Lahr.

Lahr. Alle Musiker spielten überwiegend eigene Songs, und die Orchestrierung war sparsam. Delapaix wurde vom Gitarristen Lukas Cresswell-Rost begleitet. Parker trat solo mit Gitarre auf. Es war erstaunlich, dass das musikalische Feuerwerk von Payne und Hobday nur aus zwei Gitarren und einer Stimme bestand.

Das Duo hat sich dem Blues verschrieben. Dass dieser in England eine lange Tradition hat, weiß man seit Alexis Korner, John Mayall oder Eric Clapton. Das Zusammenspiel der beiden Gitarren – Payne mit Gesang an der akustischen, Hobday an der elektrischen – war faszinierend.

Sie verkörperten zum einen den klassischen Blues des amerikanischen Südens mit der Schwere und der Last der Riffs. Andererseits brillierten beide mit filigranen und flinken Soli. Die Texte waren dabei eher Nebensache. Der Song "Detroit is Burning" wirkte angesichts des Sounds wie ein flammendes Inferno.

Das Duo mischte darunter sogar ganz andere, europäische Elemente. Als "Flues" bezeichnete Payne einen Song über Drogen. Das Stück überraschte mit einem Intro, einem Flamenco aus Andalusien. Erst später mischte sich ein echter Blues darunter. Der wiederum verlor sich immer wieder in die Wirbel der europäischen Klänge. "Like a Rolling Stone" von Bob Dylan verwandelten Payne und Hobday in eine lange musikalische Mediation über den Hochmut, der vor dem tiefen Sturz steht.

Delapaix überzeugte mit einer hellen und klaren Stimme. Sie begleitete sich selbst an der Gitarre und am Flügel. Darunter mischten sich elektronische Sphären Creswell-Rosts. So schön die Australierin sang, so schwer und traurig war ein großer Teil ihrer Texte. Sie besang ihre Liebe zu England, das Land ihrer Herkunft oder den Winter in Kanada. Mit einem Stück beschrieb sie ihr Leben in einem Wohnwagen in Mecklenburg-Vorpommern. Ihre Version von "Like a Hurricane" von Neil Young war eine interessante Interpretation, gerade angesichts der viel weniger ausgeprägten Stimme des kanadischen Sängers.

Nick Parker bestach durch sein engagiertes Auftreten. Seine Liebe gehört dem Folk, irischer Prägung. So bedauerte er im ersten Song, dass er noch nie in Dublin gewesen sei. Eine andere ungewöhnliche Liebe verbindet den Waliser mit Marburg. Er erzählte da von "Blablaba" und "Mitfahrgelegenheit". Dem folgte eine gelungene und ebenfalls auf Deutsch vorgetragene Persiflage zu einem Stück der "Toten Hosen". Der Text war allerdings angesichts der Geschwindigkeit kaum verständlich. Von den Zuhörern gab es trotzdem Beifall.

Ein Wermutstropfen des ersten "Kellerklangs" blieb am Ende allerdings zurück: Der Besuch war mit vielleicht 50 Gästen eher mau.

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