Lahr Voller Leidenschaft, Spannung und Poesie

Ein bemerkenswerter Cellist: Ariel Barnes als Solist beiom in der Konzert der Nürnberger Symphoniker Foto: Haberer Foto: Lahrer Zeitung

Lahr. Das dritte und letzte Sinfoniekonzert der Saison hat einmal mehr die Nürnberger Symphoniker nach Lahr geführt. Bei ihrem mittlerweile achten Gastspiel in Lahr starteten die Symphoniker mit der schwungvollen Ouvertüre zu Bedrich Smetanas Oper "Die verkaufte Braut" durch. Im Zentrum des Abends stand aber Dvoráks Cellokonzert.

Das Publikum in der gut besuchten Stadthalle erlebte einen Konzertabend, bei dem neben dem jungen Gastdirigenten Mateusz Moleda vor allem der kanadische Solist Ariel Barnes (Violoncello) beeindruckte. Einem kongenialen Duo gleichend, entführten sie die Zuhörer und die knapp 50 Orchestermusiker in eine mit sehr viel Leidenschaft, immer wieder zwischen Poesie und Dramatik pendelnde Klanglandschaft. Antonín Dvoráks Konzert für Violincello und Orchester in h-Moll zählt nicht nur zu den berühmtesten Kompositionen seiner Gattung. Das 1886 in London erstmals aufgeführte Werk kultiviert auch einen gleichermaßen leidenschaftlichen wie sinnlichen Dialog zwischen dem erst sehr spät einsetzenden Solisten und dem Orchester. Das aus einer dramatischen Kadenz aufsteigende Hauptthema wird erst von einem Horn aufgegriffen, bevor das mit sehr viel Chuzpe gespielte Cello das Heft in die Hand nimmt. Moledas Orchesterführung beeindruckte dabei ebenso wie die Klasse des Kanadiers, der vor allem auch im Fortissimo des zweiten Satzes regelrecht zauberte. Die gut 40-minütige Aufführung begeisterte das anhaltend applaudierende Publikum, das mit einem kleinen barocken "Handkuss" belohnt wurde.

Robert Schumanns dritte Sinfonie, die "Rheinische", konnte nach der Pause nur bedingt noch einmal nachlegen. Die getragene Eleganz des Werks, der festliche Charakter der 1851 in Düsseldorf uraufgeführten Sinfonie betonte noch einmal die musikalische Präsenz des Orchesters, das atmosphärische Gespür und die sichere Hand, seines wie bei der Ouvertüre Smetanas ganz ohne Partitur agierenden Gastdirigenten. An die aufwühlende Aura von Dvoráks Cellokonzert konnte das Werk aber nicht mehr anknüpfen. Der zweite Teil des Konzerts glich mehr einer Einladung zum Träumen und Schwelgen. Wie Solist Arie Barnes am Ende des ersten Teils legten die Nürnberger Symphoniker entgegen der sich immer mehr breitmachende Unsitte sogar noch eine kleine Zugabe nach, eine bekannte, wunderbare Melodie, in der noch einmal die innere Glut des slawischen Temperaments knisterte.

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