Lahr Vogel-Bau plant Wohnungen

Wo bis Ende September noch Autos verkauft werden, sollen Wohnungen gebaut werden: Die Unternehmensgruppe Vogel-Bau hat das Areal des Autohauses Schillinger gekauft. Foto: Baublies

Lahr - Perspektiven für das Areal Schillinger: Auf dem Gelände des bisherigen Opel-Autohauses sollen Wohngebäude entstehen. Die Firma Vogel-Bau hat das Grundstück gekauft.

Wohnbebauung auf Areal Schillinger geplant 

Geschäftsführer Bernd Kopf bestätigte auf Anfrage der Lahrer Zeitung, dass die Unternehmensgruppe Vogel-Bau das Areal in der Geroldsecker Vorstadt gekauft hat. Über den Kaufpreis sei mit dem Verkäufer – also Fritz Schillinger – Stillschweigen vereinbart worden. Auf dem Grundstück sei Wohnbebauung geplant.

Zur Zahl der Wohnungen, die auf dem Areal Schillinger geschaffen werden, konnte Kopf noch keine Informationen geben. "Wir stehen erst am Anfang", sagte er im Gespräch mit unserer Zeitung zu den Planungen. "Im Zuge der Projektbearbeitung werden wir gemeinsam mit der Stadt die Anzahl der Wohnungen entwickeln", so Kopf weiter.

Die Entwicklung dieses Projekts werde aller Voraussicht rund zwei Jahre dauern. Bauherr werde die Firma SBL, die zur Unternehmensgruppe Vogel-Bau gehört. SBL steht für "Schwarzwälder Beton-Fertigteile-Werk", das seinen Sitz in Kippenheimweiler hat. Auch im Bereich Industriebau ist SBL aktiv.

Zuständiges Unternehmen ist bewandert im Bauträgerbereich

Das Unternehmen hat in diesem Bereich einige Erfahrung: "Innerhalb der Vogel-Bau-Gruppe, wo wir zum Beispiel auch Schlüsselfertige Häuser mit unserer Firma FBW anbieten und auch ein Musterhaus in Rheinhausen haben, sind wir schon viele Jahre im Bauträgerbereich tätig", so Kopf weiter.

"Ein aktuelles Projekt läuft zum Beispiel zurzeit in Offenburg-Windschläg, das wir über einen Konzeptvorschlag mit unserer Firma SBL gewonnen haben." Auf einem städtischen Gelände in Windschläg und auf dem benachbarten Gelände der Sparkasse entstehen 25 seniorengerechte Wohnungen, aufgeteilt in drei Wohnzeilen.

Mit dem Verkauf des Areals Schillinger an die Unternehmensgruppe Vogel-Bau ist die Geschichte des Autohauses in der Geroldsecker Vorstadt endgültig zu Ende. Wie berichtet, schließt das 1929 gegründete Autohaus Schillinger, das 2009 von der Automobilholding Wölfle übernommen wurde, Ende September.

Standortaufgabe wegen weniger Opel-Verkäufen 

Als Hauptgrund für die Entscheidung, den Standort aufzugeben, nannte Geschäftsführer Rainer Wölfle Anfang Juni gegenüber der Lahrer Zeitung den Umsatzrückgang bei der Marke Opel. Den Rückgang bei Opel-Fahrzeugen, die im Autohaus Schillinger verkauft wurden, bezifferte Wölfle mit 30 Prozent. Weitere Gründe seien unter anderem das Thema Kohlendioxid-Punkte und vom Hersteller geforderte Investitionen im Autohaus.

"Dafür war aber die Immobilie zu groß", so Wölfle, der außerdem darauf hingewiesen hatte, dass Ende September der Mietvertrag mit dem Eigentümer Fritz Schillinger ausläuft. 28 Mitarbeiter sind von der Schließung des Standorts betroffen.

Ende Juni war der Service eingestellt. Am Samstag kam jetzt das Inventar des Autohauses unter den Hammer. Etwa 85 Prozent des beweglichen Inventars wurden versteigert. Prunkstück war ein himmelblauer Opel Rekord Baujahr 1966.

Autohaus mit Geschichte

1928 hat der damals 27-jährige Kraftfahrzeugmeister Fritz Schillinger senior das Gelände einer Weberei in der Gerolds­ecker Vorstadt ersteigert. Schillinger eröffnete eine Autowerkstatt, in der er auch Lastwagen und Traktoren reparierte und die neben einer Dreherei und einer Zylinderschleiferei eine Tankstelle betrieb.

Als Vertragshändler für Opel und Saab verkaufte das Autohaus später auch Marken wie Lotus, Maserati, Chevrolet und Cadillac, dies zog Kunden aus ganz Deutschland und den Nachbarstaaten an. 2008 musste Schillinger Insolvenz anmelden.

Die Adam Opel AG hatte unter der Ägide des damaligen Mutterkonzerns GM seine Modellpolitik geändert und setzte mehr auf Kleinwagen, Mittelklasse- und Familienfahrzeuge. Schillinger verlor daraufhin viele Firmenkunden. Mit dem Abzug der kanadischen Streitkräfte in Lahr hatte sich die Marktposition von Schillinger auch bei anderen Marken verschlechtert. Die Übernahme durch die Automobilholding Wölfle im Jahr 2009 rettete das Autohaus.

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