Interkultureller Beirat tagte wieder Viele mit Migrationshintergrund haben Vorbehalte

Vor allem wegen der sprachlichen Hürde, sind viele Menschen mit Migrationshintergrund in Lahr verunsichert und skeptisch gegenüber dem Impfen und Testen. Foto: Brandt

Lahr - Nach gut einem halben Jahr Pause hat zum ersten Mal seit Beginn des Lockdowns der Interkulturelle Beirat wieder getagt. Auf der Agenda standen das in diesem Jahr als Hybridveranstaltung geplante Suppenfest, die im vergangenen Jahr verschobene Klausurtagung des Gremiums und eine Diskussion über die Pandemie-Erfahrungen von Menschen mit Migrationshintergrund.

Das Virus freilich fragt nicht nach der Herkunft seiner Opfer, die in der Pandemie aufgekommenen Gerüchte und Verschwörungstheorien haben wohl aber gerade auch Menschen mit Migrationshintergrund und Sprachdefizit verunsichert. Ängste und Skepsis gegenüber Impfung und Schnelltests scheinen bei ihnen stärker verbreitet als in vielen anderen Bevölkerungsgruppen, wie mehrere Mitglieder des Interkul-turellen Beirats bei der Sitzung berichteten.

Im Vorfeld des Pop-up-Impftermins am 26. Juni in der Mehrzweckhalle im Bürgerpark (wir berichteten) will das Gremium deshalb eine mehrsprachige Informationsveranstaltung organisieren und dabei auch aktiv dafür werben, sich gegen Covid-19 immunisieren zu lassen. Mindestens 500 Impfdosen sollen am 26. Juni zur Verfügung stehen, für die Zweitimpfung wird ein Termin am 17. Juli anvisiert. In Kindergärten und Schulen sollen darüber hinaus mehrsprachige Plakate aufgehängt werden.

Im Bericht der Sprecher des Gremiums regte Wolfgang Meier an, über die Volkshochschule einen in den Abendstunden angesetzten Sprachkurs für Berufstätige anzubieten. Darüber hinaus sollte der ehrenamtliche Dolmetscherpool erweitert und durch zusätzliche Angebote ergänzt werden. Eine breitere Aufstellung würde nach seiner Einschätzung auch der Arbeit des Gremiums selbst guttun.

Bei der im Spätherbst geplanten Klausurtagung, die eigentlich bereits 2020 hätte stattfinden sollen, sollen zukünftige Arbeitsschwerpunkte definiert werden. Wünschenswert wäre aber auch eine Betrachtung der eigenen Struktur: Sind alle relevanten Gruppen vertreten, muss das Gremium eventuell erweitert werden?

800 Euro für künftige Projekte

Nachdem das internationale Suppenfest im vergangenen Jahr pandemiebedingt abgesagt werden musste, ist in diesem Jahr eine Hybridveranstaltung geplant. Eine Art "Suppenfest light" soll mit der Vergabe des Stadtgulden im Oktober verknüpft werden. Darüber hinaus sind vier Livestreams angedacht, bei denen in kleinen Kochshows Suppenrezepte vorgestellt werden. Als Termine sind hier der 16., 21. und 28. Oktober sowie der 12. November im Plan. Gekocht wird in der Küche der VHS.

Der Beirat will aus den ihm zur Verfügung stehenden Haushaltsmitteln 400 Euro beisteuern. 1000 Euro sind für die Klausurtagung vorgesehen, rund 800 Euro werden für zukünftige Projekte auf die Seite gelegt.

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