Lahr Viel Wirbel um leeren Koffer

Lahr - Ein verdächtiger Gegenstand hat am Freitag einen Polizeieinsatz beim Rewe-Markt in der Lahrer Innenstadt ausgelöst. Bombenexperten konnten schnell Entwarnung geben – der Aktenkoffer war leer.

Fünf Polizisten, zwei Streifenwagen und rot-weißes Flatterband um den Eingangsbereich: Auf dem Parkplatz des Supermarkts in der Tiergartenstraße herrscht am Freitagmittag Alarmstimmung. Ein Zeuge hat gegen 11.45 Uhr hinter einem Mülleimer einen verdächtigen Gegenstand entdeckt und den Ordnungshütern gemeldet.

Ein Aktenkoffer aus grau-schwarzem Hartplastik, etwas länger und und breiter als ein DIN A3-Blatt, wenige Zentimeter dick. "Wir gehen davon aus, dass ihn jemand vergessen hat und sich alles in Wohlgefallen auflöst. Nichtsdestotrotz müssen wir die Sache natürlich ernst nehmen", sagt Joachim Ohnemus vor Ort im Gespräch mit LZ.

Die Experten brauchen keine zehn Minuten

Der stellvertretende Lahrer Revierleiter hat zusammen mit vier Kollegen den Einsatzort gesichert, während parallel sogenannte Delaborierer aus Stuttgart nach Lahr beordert worden sind, die für potenzielle Sprengstoff-Funde zuständigen Spezialkräfte der Landespolizei.

Die Lage ist entspannt, sowohl der Einkaufsmarkt als auch die Bäckerei im selben Gebäude bleiben offen. Schaulustige gibt es so gut wie keine. "Sehr vorbildlich", lobt Ohnemus Kunden und Passanten.

Gegen 14.15 Uhr wird es dann ernst – für knapp zehn Minuten. Ein schwarzer Minivan mit Blaulicht auf dem Dach biegt auf den Parkplatz. Die beiden Insassen verlieren keine Zeit. Nach einer kurzen Lagebesprechung nähert sich einer der Männer mit einem tragbaren Röntgengerät dem Koffer, um wenige Augenblicke später zu vermelden: Nichts drin!

Erst vergangene Woche ähnlicher Fall in Offenburg

Ohnemus’ Fehlalarm-Prognose hat sich also glücklichweise erfüllt. Eine andere eher nicht: Der Koffer wurde wohl nicht aus Versehen stehen gelassen. Die Nähe zum Mülleimer und die rostigen Stellen am Schloss legen die Vermutung nahe, dass sich der Besitzer seiner entledigen wollte.

Oder jemand hat sich einen schlechten Scherz erlaubt. So oder so – als er mit seinem Kollegen die Absperrung um halb drei abräumt, ist der stellvertretende Revierleiter zufrieden: "Viel Wirbel um nichts – das ist in diesem Fall das bestmögliche Ende."

So viel Bohei um einen kleinen Koffer – muss das sein? Ja, muss es, sagt Joachim Ohnemus. "Bei einem verdächtigen Fund ziehen wir stets unsere Experten hinzu", erklärt der Lahrer Vize-Polizeichef. Auch wenn die Bombenentschärfer "wahrscheinlich in weniger als einem von 1000 Fällen" ernsthaft eingreifen müssten.

Erst vergangene Woche gab es einen ähnlichen Fall in Offenburg. Dort war wegen eines herrenlosen Rucksacks vor dem Bürgerbüro der Fischmarkt gesperrt worden. Der Inhalt entpuppte sich als harmlos.

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