Lahr Der Moschee-Bau macht Probleme

Hassan Babur (rechts), Vorsitzender des türkisch-islamischen Kulturvereins, führte die Besucher durch den Rohbau der Moschee in der Vogesenstraße. Foto: Breuer

Es wurde viel darüber diskutiert – jetzt steht der Rohbau der neuen Moschee in der Vogesenstraße. Am Samstag und Sonntag hatte der türkisch-islamische Kulturverein zu Tagen der offenen Tür eingeladen.

 

Lahr. Eigentlich sollte der Rohbau der Moschee im Lahrer Westen bereits im September fertig sein. Doch, das kennen viele Bauherren, es lief nicht alles so wie geplant.

Hassan Babur, der Vorsitzende des türkisch-islamischen Kulturvereins, klärte beim Gespräch mit der "Lahrer Zeitung" über die Verzögerungen auf. "Alles hat damit angefangen, dass der Boden nicht geeignet war, um das Gebäude direkt auf eine Bodenplatte zu bauen", erklärte er. Beim Abräumen und Herrichten des Bauplatzes sei festgestellt worden, dass ein Keller benötigt werde. Dies habe zum einen die Bauplanungen und den Start verzögert, aber auch die Kosten in die Höhe getrieben, sagte Babur.

Doch die Bodenbeschaffenheit war nicht der einzige Grund. Nachdem der Keller gebaut und das Gebäude hochgezogen war, wurden nicht alle Fenster angeliefert. "Durch die vielen Rundungen konnten wir keine vorgefertigten Fenster nehmen. Das sind alles Spezialanfertigungen", so Babur. Der Hersteller sei allerdings im Verzug mit der Lieferung, weshalb ein Teil der Räume noch nicht fertig sei. "So lange die Fenster nicht alle da sind, können wir auch die Wände nicht verputzen und den Estrich nicht verlegen." Die Rohre für die Fußbodenheizung liegen deshalb auch noch offen.

Babur hat an diesem Wochenende die vielen interessierten Bürger selbst durch die Moschee geführt, erklärt und Antworten auf kritische Fragen gegeben, die nichts mit dem Gebäude zu tun hatten, vielen Lahrern aber auf der Seele brennen. Da ging es beispielsweise um die Rolle des Dachverbands Ditib, Äußerungen politischer Art aus Ankara und – ganz lokal – um den Imam, der nicht in deutscher Sprache predigt. "Wir schicken inzwischen eigene Leute, die hier aufgewachsen sind, in die Türkei zur Ausbildung. Wenn die zurückkommen, können sie auch auf Deutsch predigen", versichert Babur. Wie die Moschee einmal von innen aussehen wird, können sich die Lahrer jetzt schon sehr gut vorstellen. Zwar zieht es aufgrund der fehlenden Fenster noch an allen möglichen Ecken und Enden und es ist auch noch sehr kalt in den Räumen. Aber der Gebetsraum unter der imposanten Kuppel, die Empore für die Frauen und die Extra-Räume für Frauen und Jugendliche sind schon klar zu erkennen.

Die Gastronomie, die öffentlich sein wird, hat der türkisch-islamische Kulturverein, der sich als Lahrer Einrichtung sieht, zur Straße hin ausgerichtet, um ein weiteres Mal zu beweisen, dass jeder willkommen ist.

INFO

Mehrkosten

Der Neubau der Moschee in der Vogesenstraße grenzt an das Gelände der Landesgartenschau. Der türkisch-islamische Kulturverein ist sich sicher, bis zur Eröffnung der Blumenschau mit den Arbeiten fertig zu sein. Das Minarett soll noch in dieser Woche soweit fertiggestellt werden, dass der metallene Kubus als Spitze aufgesetzt werden kann. Der Verein investiert in das neue Gebetshaus 2,8 Millionen Euro, durch den notwendigen und vorher nicht eingeplanten Keller fast 500 000 Euro mehr als ursprünglich berechnet. Finanziert wird der Neubau durch Beiträge und Spenden und, so Babur, ganz ohne Unterstützung durch den umstrittenen Dachverband Ditib. Durch viel Eigenleistung bei der Elektrik und den sanitären Anlagen ist der Verein voraussichtlich in der Lage, die Kostenkalkulation zu unterbieten.

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