Lahr Verständnis für Maßnahmen schwindet

Tennis darf derzeit in Baden-Württemberg nur im Freien gespielt werden. Der Badische Tennisverband kritisiert diese Regelung und fordert in einem Schreiben an die Landesregierung die Öffnung der Tennishallen.Symbolfoto: Hoppe Foto: Lahrer Zeitung

Seit Mitte Dezember sind auch die Tennishallen zu, nur im Freien dürfte theoretisch noch gespielt werden. Der Badische Tennisverband kritisiert diese Regelung und verschärft in einem Schreiben an die Landesregierung in Stuttgart den Ton.

Als Sportart ohne jeglichen Körperkontakt – mal abgesehen vom Handschlag nach dem Spiel – ist Tennis eigentlich auch Corona-Krisen-sicher. Und so durften im Südwesten bis Mitte Dezember zwei Personen in einer Tennishalle spielen. Für die Hallenbetreiber bedeutete das bereits damals den Verlust von Einnahmen – nicht alle Hallen öffneten daher zur Wintersaison. In Lahr zum Beispiel war aber bis Mitte Dezember Tennisspielen möglich. Trainer Hernan Valenzuela von der TSG Lahr/Emmendingen gab daher Einzelstunden. "Es ist besser als nichts", sagte er vor Weihnachten.

Doch auch diese Möglichkeit ist ihm und seinen Berufskollegen in Baden-Württemberg durch die Verschärfung des Regelungen seit Mitte Dezember genommen, Tennis ist seitdem nur noch im Freien möglich. Mit dieser Regelung sind der Badische und der Württembergische Tennisverband jedoch alles andere als einverstanden, weshalb die Verbände den Ton gegenüber der Landesregierung verschärfen.

In Hessen sind die Hallen weiter geöffnet

Bereits vor der Komplettschließung der Halle standen die Verbände mit der Politik in Dialog, man hatte auf Lockerungen für den Tennissport gehofft und angeregt, dass zwei Personen pro Platz – und nicht pro Halle – spielen dürfen. "Wir waren zeitweise in einem guten Dialog, sowohl mit dem Kultus- als auch mit dem Sozialministerium. Inzwischen ist aus diesem Dialog jedoch ein reiner Monolog der Politik geworden. Anregungen und Vorschläge unsererseits werden vollkommen ignoriert und das obwohl wir gute Argumente einbringen", wird BTV-Geschäftsführer Samuel Kainhofer auf der Homepage des Verbands zitiert.

Vor allem der Blick in die verschiedenen Bundesländer irritiert die Verbandsverantwortlichen. Laut BTV ist das Tennisspielen in der Halle in Hessen erlaubt, während es in Baden-Württemberg verboten ist. "Dort ist das Einzelspiel sogar auf jedem Platz einer Halle gestattet. Es stellt sich nun deshalb die Frage, was in Hessen und in anderen Bundesländern anders sein soll", heißt es auf der BTV-Homepage. "Ein Tennisplatz ist immer gleich groß, gleiches gilt für die komplette Tennishalle – wieso soll das Tennisspiel in Baden-Württemberg ein Risiko darstellen, während andere Bundesländer dies augenscheinlich vollkommen anders bewerten?", ärgert man sich beim in Leimen ansässigen Verband.

Kritik in Schreiben an Regierung geäußert

Verbände und Vereine haben in den vergangenen Wochen "in einzelnen Bereichen Verständnis für die Entscheidungen der Landesregierung aufgebracht", so der BTV. Doch dieser Wille schwinde nun zunehmend. "Durch die aktuellen Maßnahmen und vor allem das Verhalten der Entscheidungsträger entsteht der Eindruck, die Landesregierung Baden-Württemberg sei mit einer differenzierten Sichtweise sowie klaren, sinnvollen Regelungen entweder überfordert oder geht diesen aus dem Weg", kritisiert man die Regierung scharf. Diese Kritik habe man in einem Anschreiben an die Landesregierung am Mittwoch deutlich geäußert.

Zudem greifen BTV und WTB die allgemeine Haltung der Politik an, "immer und immer wieder lediglich auf die hohen Fallzahlen zu verweisen". "Sicherlich haben wir noch viel zu viele Corona-Fälle und es hat oberste Priorität, diese Zahlen zu senken. Aber trotz allem muss uns eine Perspektive aufgezeigt werden, die klarstellt, wie Lockerungen in Zukunft aussehen sollen beziehungsweise können", so BTV-Geschäftsführer Kainhofer.

Man fordere daher die Landesregierung eindringlich auf, Perspektiven aufzuzeigen und "die aktuell geltenden Maßnahmen spätestens zum 1. Februar zu korrigieren". Wie diese Korrektur aussehen soll, formulieren die Verbände zum Abschluss der Mitteilung direkt mit: "Tennishallen müssen für das Einzelspiel auf jedem vorhandenen Spielfeld geöffnet werden!"

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