Lahr Verbindung oft nicht möglich

Was geht? Weder mit Handy noch Tablet funktioniert das Wlan der Stadt gut, ergab ein Check der Lahrer Zeitung. Das Gratis-Netz hänge laut Stadt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Foto: Fischer

Lahr - Es ist schon einige Monate her, dass die Lahrer Verwaltung an vielen Punkten der Innenstadt kostenloses Internet eingerichtet hat. Telefonieren, Filme schauen und Nachrichten schreiben: Funktioniert all das mit dem "Lahr-FreeWifi"? Ein LZ-Check.

Rund 27.000 Euro hatte die Stadt voriges Jahr in die Hand genommen, um an zentralen Plätzen Internet für alle anbieten zu können. Das wurde seinerzeit entsprechend vollmundig angepriesen. An 15 Standorten hat das kostenlose Internet kurz nach dem Start im Sommer gut funktioniert.

Doch inzwischen scheint das Netz überlastet. "Es wird versucht, eine Verbindung aufzubauen..." zeigt das mobile Endgerät an. Es folgen lange Sekunden des Wartens: Klappt es, klappt es nicht? Das Netz des Lahrer Stadt-Wlans gleicht häufig einem Glücksspiel.

Videoanrufe funktionieren nur mäßig gut

Nach mehreren Versuchen klappt das Verbinden im Freien auf dem Museumsplatz. In der Marktstraße funktioniert das Senden und Empfangen von WhatsApp-Nachrichten und E-Mails sowie das Surfen im Netz noch am besten – dort stehen auch die meisten Laternen, in denen die Sender integriert sind.

Am Urteilsplatz versuchen wir, einen Internetanruf zu starten. Der Anruf wird durchgestellt, das Bild des Gesprächspartners ist abgehackt und stockt. "Schlechte Verbindung, Video angehalten", erscheint nach wenigen Sekunden auf dem Display.

Große Datenmengen laden langsam herunter

Zum Testen der Downloadrate haben wir auf der Filmplattform Netflix die Folge einer Serie heruntergeladen – oder es zumindest versucht. Der Download dauert nicht – wie zum Start des Gratis-Wlans – weniger als eine Minute. Diesmal braucht es viel länger: Auch nach mehreren Minuten war die 120 Megabyte große Folge immer noch nicht verfügbar.

Doch lag es nur an der Mittagszeit, als wahrscheinlich viele in der Pause das Gratis-Angebot der Stadt nutzten? Schwer zu beantworten. Der Stadt liegen noch keine detaillierten Auslastungszahlen zu bestimmten Zeiten vor, sagt sie auf LZ-Nachfrage. Aber das Wlan werde laut Betreiberfirma gut angenommen.

 Viele Faktoren können Verbindung beeinträchtigen

Allgemeine Messungen, in welcher Zeit welche Daten heruntergeladen werden können, wurden laut Stadt nicht gemacht, da die Verbindung an jedem der 15 Zugangspunkte verschieden schnell sein könne. Bis auf den Zugriffspunkt am Rathaus laufen alle Daten über das sogenannte LTE-Netz, also über Mobilfunkmasten.

Weil fast alle Stadtbesucher ihr Handy bei sich tragen und damit über dasselbe Netz verbunden sind, könnte diese hohe Anzahl verschiedener Geräte laut Stadt das Wlan langsam machen. Wie schnell Nachrichten gesendet oder Bilder heruntergeladen werden können, hänge laut Stadt von vielen Faktoren ab.

Auch andere Wlan-Netze, von Anwohnern oder Geschäften, spielten eine Rolle bei der Qualität der Verbindung. Wenn viele andere Wlan-Netzwerke in der Umgebung auf dem gleichen oder benachbarten Funkkanälen funkten, könnte das ebenfalls zu Datenstau führen.

Geschwindigkeit wird für jeden Benutzer gedrosselt

Für jeden Nutzer des Lahrer Stadt-Wlans steht eine Maximalgeschwindigkeit von 20 Megabit pro Sekunde zur Verfügung. Das heißt, in einer Sekunde kann nur eine gewisse Menge an Daten verarbeitet werden. Eine lange Nachricht oder gar das Versenden mehrerer Bilder braucht entsprechend lang.

"Damit wird verhindert, das ein Nutzer etwa die gesamte Bandbreite eines Hotspots aufbraucht und den anderen Nutzern nicht mehr genügend Bandbreite zur Verfügung geht", so die Stadtverwaltung. Diese Geschwindigkeit sei "für alle Alltagsanwendungen absolut ausreichend". Das Gratis-Netz sei nicht als Internet-Ersatz für zu Hause gedacht, sondern zum kurzen Surfen im Internet.

Bleibt schwach

Auf die LZ-Frage, ob Verbesserungen zum kostenlosen Wlan in der Innenstadt geplant seien, heißt es aus dem Rathaus: "Aktuell sind noch keine Veränderungen in Hinblick auf den Ausbau geplant. Aufgrund der Coronalage liegen die Prioritäten im Bereich Digitalisierung momentan auf anderen Schwerpunkten."

  • Bewertung
    2