Lahr Verbindung mit Kasama wird enger

Junge Meisterin der Kalligrafie: Keishu Kawai, die in Colmar lebt, zeigt im Stadtmuseum ihre Arbeiten. Foto: Stadt

Lahr - Die Chrysanthema hat den ersten Impuls für die 2018 besiegelte Freundschaft zwischen Lahr und der japanischen Stadt Kasama gesetzt. Eine Doppelausstellung Im Museum zeigt nun Kalligrafien der japanischen Künstlerin Keishu Kawai und Keramik.

Museumsleiterin Gabriele Bohnert schlug bei der Eröffnung einen weiten Bogen von den Keramikscherben aus dem römischen Vicus in Dinglingen zu den Exponaten der Ausstellung. Kasama sei ein Zentrum der jungen Keramikkunst. Hier gibt es ein wichtiges Museum und das "College of Ceramic Art". In Lahr sind Arbeiten von Mamoro Teramoto, Fukuno Michitaka, Hiroshi Kobayashi, Kòyó Matsui, Hiroyuki Onuki und dem ab 1999 bei Wendelin Stahl in Deutschland ausgebildeten Hideki Inoue zu sehen.

Es sind durchweg Gebrauchskeramiken, vor allem Trinkgefäße, Schalen und Vasen. Und doch repräsentieren sie die Blüte der japanischen Keramikkunst, erzählen vom Reichtum der Farben und Formen, von aufwendigen Herstellungsverfahren und besonderen Lasuren. Dass feines Porzellan (jiki), aber auch gebranntes Steingut und Töpferware (yaki) in Vitrinen gezeigt wird, ist für Japaner kaum vorstellbar. "Yô no bi – Schönheit in Gebrauch" ist ein fester Begriff. Die Motive sind oft der Natur entlehnt, werden von schlichter Eleganz geprägt. Eines der Glanzstücke ist eine von Hand geformte Kugelvase.

Verbindung zwischen Lahr und Kasama

Eine zweite Sonderausstellung beschäftigt sich mit der japanischen Kalligrafie und der seit 2007 im elsässischen Colmar lebenden Künstlerin Keishu Kawai. Die junge Meisterin des noch immer eng mit dem Zen-Buddhismus verknüpften Weg des Schreibens bestreitet einen Pfad, der Tradition und Erneuerung verknüpft. Sie bleibt den zentralen Themen des "Shodo", dem Minimalismus auf dem Papier, der Vollkommenheit der Bewegung treu, zeigt unter anderem auch zwei perfekt angelegte Schriftkreise. Kawai stellt den fest definierten Abläufen der japanischen Kalligrafie die Expressivität ihres persönlichen Ausdrucks entgegen, überschreitet die Grenze zur abstrakten Malerei, sucht die Kollaboration mit anderen Künstlern. Freie Gesten greifen Raum, das Triptychon "Mo" interpretiert die Landschaft ihrer Heimat, während die Zen-Kreise ganz die Meisterschaft der Tradition reflektieren. Ihre Mondserie steht ebenso für die Freiheit der Kunst wie die drei Fahnen in der Mitte des Raums. Als Ausgangspunkt dienen hier Naturfotografien des Franzosen Olivier Klencklen, die sie mit emotionalen Reflexionen füllt.

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