Lahr Umzug der Lahrer Narrenzunft

Für ein buntes Bild in den Straßen der Stadt haben gestern die Teilnehmer des Geburtstagsumzugs der Lahrer Narrenzunft (LNZ) gesorgt. Mehr als 60 Gruppen zogen an den Zuschauern vorbei.

 

Lahr. Das Einzugsgebiet reichte von der Schweizer Grenze bis Karlsruhe und weit in den Schwarzwald hinauf. Gruppen und Masken, die man hier in der Region selten sieht, waren beim Jubiläumsumzug der LNZ vertreten: Beispielsweise Gremlins aus Lörrach, die mit ihrem putzigen Aussehen über ihre Gemeinheiten hinwegtäuschen, oder auch die Landjugend aus Freiburg Tiengen und die Jungwinzer aus Pfaffenweiler, die mit einem großen Schiff angereist waren. Wie sie das allerdings geschafft haben, bleibt ihr Geheimnis. Denn für die Schutter dürfte der Kiel einfach ein bisschen zu tiefläufig sein. Wie dem auch sei, so genau nahm das gestern keiner.

Genau nahm es dafür Oberbürgermeister Wolfgang G. Müller. Denn er war beim Zunftmeisterempfang zum ersten Lahrer Blitzerwächter ernannt worden. Der Hintergrund: Die Stadtverwaltung, respektive das Rechts- und Ordnungsamt, hatte die LNZ per E-Mail darum gebeten, Personen an den beiden Blitzern in der Friedrich- und Kaiserstraße abzustellen, um sie vor Schaden zu bewahren. Die Obrigkeiten der LNZ sind nicht dumm. Der Ehrenwagen stand genau gegenüber dem Forum-Kino, vor dem bekanntlich eine der beiden Messsäulen steht. Und auf dem Ehrenwagen stand der OB, der von erhöhter Position aus nicht nur einen guten Blick auf den Umzug, sondern auch auf den Blitzer hatte.

Einen Blick aus geschützter Deckung hatte auch ein Zwergpinscher. Kaum so groß wie eine Katze fand er in Frauchens Jacke nicht nur Wärme sondern auch Schutz vor den grusligen Gestalten, die da unterwegs waren. Dass diese ihm nur teilweise gefielen, äußerte er so laut, dass eine Hexe, die den kleinen Vierbeiner streicheln wollte, vor lauter Schreck auf dem Hintern landete.

Für ihre Späße, für die die Narren bekannt sind, suchten sich die Hästräger in diesem Jahr nicht nur junge Frauen aus. Auch Männer mussten dran glauben. Wenn es darum ging, ein Opfer in eine mit Konfetti gefüllte Wanne zu zerren, waren die Narren nicht wählerisch. Da kamen ihnen die vielen jungen Frauen am Straßenrand gerade recht. Deren Gegenwehr mussten sie weniger entgegensetzen, als wenn sie sich an einen Mann getraut hätten. Dennoch sahen auch die Herren der Schöpfung am Ende aus, als wären sie in einen Konfettiregen gekommen.

Von oben gab es allerdings nicht nur die kleinen Papierschnipsel. Wenngleich es zeitweise so aussah, als ob sie gleich tonnenweise ausgeschüttet worden wären. Was da vom Himmel kam, war aber kein Papier, sondern Schnee. Aber weder die Narren, noch die Zuschauer ließen sich davon die Laune verderben.

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