Lahr TV Dinglingen zeigt den unbekannten Mosaik-Künstler an

Auch am Vereinsheim des TV Dinglingen hängt eines dieser bunten Mosaik-Bilder des jungen Künstlers, der sich "Der Konditor" (le_konditeur) nennt. Der Verein wurde nicht gefragt, ob er so ein Puzzle-Bild haben wolle. Deshalb hat der Verein jetzt Anzeige erstattet. Foto: Hirsch

Lahr - Die zahlreichen Mosaik-Figuren eines unbekannten Künstlers, der sich "Der Konditor" nennt, sorgen in Lahr und dem Umland nicht nur für Gesprächsstoff, sondern jetzt auch für massiven Unmut. Wie Roland Hirsch als zweiter Vorsitzende des TV Dinglingen gegenüber der Lahrer Zeitung berichtete, habe sein Verein Strafanzeige gegen den Unbekannten gestellt. Der Vorwurf: Sachbeschädigung am Vereinsheim.

Konditorenmütze als Markenzeichen des Unbekannten 

Unsere Redaktion hatte über den mysteriösen Mosaik-Mann und seine Werke berichtet – und auch, wie schwer es ist, mit ihm überhaupt in Kontakt zu kommen. Der junge Mann will anonym bleiben und trägt wohl auch deshalb als Markenzeichen eine weiße Sturmhaube mit einer Konditorenmütze. Keiner kann ihn auf Anhieb erkennen.

Digital, per Skype, hatte er der LZ einige Informationen über sein Wirken gegeben, seine Identität allerdings nicht preisgeben wollen. Jetzt könnte der Unbekannte ein Fall für die Polizei werden, denn laut Roland Hirsch wolle der TV Dinglingen klären, ob ein orangefarbenes Mosaik-Männchen am Vereinsheim Sachbeschädigung sei.

TV Dinglingen erstattet Anzeige wegen Sachbeschädigung 

"Ob die Mosaike Kunst sind oder nicht, liegt letztendlich im Auge des Betrachters. Was aber keinerlei Erwähnung wert war, ist der Umstand, dass sein Wirken den Tatbestand der Sachbeschädigung erfüllt. Am neuen Vereinsheim des TV Dinglingen befindet sich neben unsäglichen Schmierereien ebenfalls ein Mosaik. Der TV Dinglingen wurde nicht gefragt ob wir es wollten oder nicht. Um es klar zu sagen, wir wollten es nicht und haben deshalb, auch wegen der Schmierereien, Strafanzeige wegen Sachbeschädigung bei der Polizei erstattet.

Wir gehen ja auch nicht in sein Wohnzimmer und schmücken es nach unseren Vorstellungen aus", sagt Hirsch. "Mehr Respekt vor dem Eigentum anderer wäre eigentlich angebracht, auch wenn sich Internetbenutzer darüber freuen. Wenn der ›Künstler‹ Charakter hätte, würde er seine Konditorenmütze lüften und zu seinen Taten stehen. Aber er weiß wohl um sein strafbares Handeln und bleibt deshalb lieber anonym", schlussfolgert der TV-Vize. Auf Nachfrage der LZ hatte der Mosaik-Mann für den Bericht am Samstag erklärt gehabt, seine Puzzle-Bilder ließen sich recht problemlos wieder entfernen.

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