Lahr Trompetensolo, Orgel und heitere Texte

Sebastian Müller (vorne), der in Kürze am Clara-Schumann-Gymnasium eine der Abiturprüfungen an der Trompete ablegen wird, hatte zu dem Konzert eingeladen. Foto: Baublies

Hugsweier - Der Solist nahm die "Declaration for Trumpet" wörtlich. Das moderne Stück mit mehreren Sätzen war tatsächlich ein Manifest seines Könnens. Sebastian Müller, der in Kürze am Clara-Schumann-Gymnasium eine der Abiturprüfungen an der Trompete ablegen wird, hatte zu einem ungewöhnlichen Konzert in die evangelische Kirche in Hugsweier eingeladen. Beim "Konzert von Schein bis Fünfgeld" überzeugten auch der Posaunenchor Hugsweier unter der Leitung von Traugott Fünfgeld und die Organistin und Pianistin Eva Bayer-Lay.

Das Zusammenspiel von Klavier und Trompete ist ungewöhnlich, wie es auch die Deklaration oder das Manifest im Stil gewesen ist. Der Komponist Stephan Bulla (Jahrgang 1953) hat in den Sätzen klassische und vor allem sehr harmonische Elemente mit Atonalität, Jazz und Blues zusammengefügt. Hier eiferten das Klavier und der Solist um den Vorrang im Notengefüge, der alleine aufgrund des Namens mit einem leichten Vorteil für die Trompete endete. Müller, dieses Mal von Piano-tönen vom Band begleitet, spielte in dem Part noch "Alla Marcia" und zuletzt "I’ve got the Blues", zwei zeitgenössische Kompositionen. Der Blues war lupenrein, wie er zur Trompete auch passt.

Ungewöhnlich war auch das "Concerto Es-Dur", das Fünfgeld komponiert hat. Der zweite Satz "Aria" war eine Hommage an die Renaissance. Und zeigte, da eingangs gespielt, was die Zuhörer in der Folge erwarten durften. Dem schloss sich die Organistin Bayer-Lay mit "Zwei Allemanden" an, die Johann Hermann Schein (1586 bis 1630) geschrieben hatte. Das war echte Renaissancemusik, wenn auch in einem etwas ungewohnten Klanggewand. Auf die Renaissance folgte die Romantik: Der Posaunenchor intonierte "Sei stille dem Herrn" von Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809 bis 1847).

Den sakralen Raum nutzte Pfarrer Thorsten Wasmuth-Hödicke ausdrücklich für nichttheologische Gedanken zur Musik. Die "Zwölf Komponisten" hat ein unbekannter Autor verfasst, in Briefform: Die Schreiberin hatte einen jungen Mann kennengelernt, der immer "mozärtlich" gewesen sei. Mit "Liszt" habe er sie über den "Bach" in eine "Haydn" geführt, wurde bald "Reger" und war dann nicht mehr zu "Bramsen". Die Folge: "Jetzt haben wir ein kleines Mendelsöhnchen und wissen nicht, wo Hindemith."

Nicht minder gelungen arrangiert und dargeboten waren "Put Your Hand", bei dem der Posaunenchor eine fast orchestrale Klangfülle in die Kirche zauberte. Mit den Stücken "Sortie" und "Abendgebet", die an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert entstanden sind, überzeugte die Organistin als Solistin.

Passend dazu zitierte Pfarrer Wasmuth-Hödicke ein spanisches Sprichwort: "Wo Musik ist, kann nichts Böses sein."

  • Bewertung
    0