Lahr Trennwände sollen dem Virus keinen Raum geben

Stolz auf die eigene Produktion: Geschäftsführerin Maricarmen Kraus präsentiert die neue Plexiglaswand in den Autos des Taxi-Unternehmens Munz. Foto: Sadowski

Lahr - Das Sprichwort "Not macht erfinderisch" steht mehr denn je für die aktuelle Lage. Das Taxi-Unternehmen Munz geht in der Corona-Krise neue Wege und hat die Hälfte seines Fuhrparks mit Plexiglaswänden ausgestattet.

Erfindung wie in amerikanischen Filmen 

"Wir haben uns überlegt, was wir für die Sicherheit unserer Kunden, aber auch Fahrer in dieser Zeit machen können", erklärt Betriebsleiterin und Geschäftsführerin Maricarmen Kraus.

Die Wände aus Plexiglas erinnern dabei ganz stark an die Taxi-Generation in den amerikanischen Filmen, wo Fahrer und Kunde im Wagen durch eine glaswandähnliche Grenze getrennt waren. Rund 150 Euro an Materialkosten wurden in die Aufrüstung der Plexiglaswände gesteckt.

Positive Rückmeldungen von Kunden 

Diese wurden danach zugeschnitten und mit Kabelbindern im Autoinnern befestigt. "Ich bin stolz, hier Chefin zu sein", sagt sie. Sie habe bereits auch viele positive Rückmeldungen von Kunden bekommen. Dabei gehe es ihr nicht nur um die Sicherheit der Mitfahrer, sondern auch um die ihrer Angestellten selbst. Sollten Kunden oder Fahrer husten, würden sie sich jetzt sicherer fühlen.

Dem Unternehmen fehlt es an Kundschaft

Zudem hat sich das Unternehmen dazu entschieden, keine Kunden auf dem Beifahrersitz mehr mitzunehmen. Die Kunden würden mit Verständnis reagieren. Auch dass aktuell nur noch zwei Personen gleichzeitig befördert werden. "Wenn die mit mehr als zwei Personen mitfahren möchten, erkläre ich Ihnen dann, dass das momentan nicht ratsam ist", erzählt Kraus.

Sie überlässt es ihren Angestellten, ob sie Handschuhe tragen wollen oder nicht. Jeder der Fahrer hat sein eigenes Desinfektionsmittel. Nach jeder Fahrt werde außerdem das Auto desinfiziert. In der Corona-Krise sind viele Unternehmen gezwungen, ihre Arbeit um- oder gar einzustellen.

Viele Fahrten abgesagt

Das Taxi-Unternehmen Munz bleibt von den Vorkommnissen ebenfalls nicht verschont. "Die Auftragslage ist beschissen", spricht Kraus Klartext. Alle normalen Fahrten, wie etwa zu Routine-Untersuchungen, sind abgesagt. Die Kliniken würden etwa darauf hinweisen, wenn möglich auf einen privaten Transport zu setzen. Für Kraus und ihre Kollegen sei das ein herber Verlust.

Kosten vom Landratsamt vorgegeben 

Im Vergleich zu konkurrierenden Mietwagen-Unternehmen könne sie nicht einfach Fahrten günstiger berechnen, denn: Als eingetragenes Taxiunternehmen werden die Fahrtkosten vom Landratsamt vorgegeben. "Ich würde unseren Kunden sehr gerne mal entgegenkommen", sagt Kraus. Doch die Uhr und das Taxameter zeichnen jeden Fahrtweg punktgenau auf.

Fahrer müssen in Urlaub 

Durch die schwierige Auftragslage sei Kraus gezwungen, jede Woche zwei bis drei Fahrer in Urlaub zu schicken. Von den 13 Autos sind aktuell nur sieben angemeldet und mit den neuen Trennwänden ausgestattet. Taxi Munz hat zwei Standorte. Einen in Seelbach und einen in Lahr.

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