Lahr Training fast wie vor der Pandemie

Beim SC Lahr, hier die U 15 am Ball, ist durch die neue Corona-Verordnung Training unter fast normalen Bedingungen wieder möglich. Für die Jugendlichen besteht keine Pflicht mehr, einen negativen Test vorzuzeigen.Archivfoto: Lübke Foto: Lahrer Zeitung

Kicken nur mit negativem Corona-Test – so war es lange die Regel im Amateurfußball. Doch seit Montag fällt diese Testpflicht weg. Verband wie auch der SC Lahr begrüßen die Lockerungen.

Auf den Trainingsplätzen der Region kann fast wieder so etwas wie Normalität einkehren. "Die Kabinen müssen zwar noch zu bleiben. Aber auch das wird sich, spätestens wenn der Spielbetrieb wieder losgeht, wohl ändern", vermutet Stefan Wölfle, Jugendleiter beim SC Lahr im Gespräch mit der Lahrer Zeitung.

Dass die Testpflicht laut aktueller Corona-Verordnung, zumindest solange die Inzidenz im Ortenaukreis unter 35 liegt, entfällt, sei die richtige Maßnahme. "Auch mit den Tests hat es bei uns im Training die letzten drei Wochen überraschend gut funktioniert. Die Jugendlichen ab 14 Jahren sind selbstständig ins Test-Center gegangen, haben einen Bescheid von der Schule mitgebracht oder einen Selbsttest direkt vor Ort gemacht. Aber für unsere Trainer war es ein erheblicher Mehraufwand. Sie mussten noch eine halbe Stunde früher am Platz sein, um alles zu protokollieren und die Tests zu sehen. Wir freuen uns, dass diese Belastung für Vereine und Sportler nun wegfällt", so Wölfle.

Der Südbadische Fußballverband (SBFV) sieht in dem Wegfall der Testpflicht laut Mitteilung ebenfalls ein positives Signal. "Wir freuen uns, dass unsere Bemühungen und das Engagement unserer Vereine erste Lockerungen zur Folge haben. Einige Fragen sind noch offen, doch wir hoffen, dass wir bald mit der nötigen Klarheit in den Spielbetrieb zurückkehren können. Der Amateursport wurde ernst genommen und hat nun eine echte Perspektive", so SBFV-Geschäftsführer Siegbert Lipps.

Erst vor wenigen Tagen sah die Welt noch anders aus, als die Nachricht aufkam, dass sogar Kinder ab sechs Jahren vor jedem Training getestet werden sollten. Diese Auslegung der Corona-Verordnung durch das Kultusministerium stieß bei den Verbänden auf große Kritik, weshalb sich SBFV sowie der Württembergische Fußball-Verband (WFV) und der Badische Fußballverband (BFV) mit der Forderung an die Politik wandten, die Verordnung zu überdenken und anzupassen – offensichtlich mit Erfolg.

Beim SC Lahr reagierte man auf die Pläne des Kultusministeriums entspannt. "Mir war klar, dass eine Testpflicht für Kinder ab sechs Jahren nicht funktionieren kann. Daher haben wir auch keine Panik im Verein geschoben, als diese Pflicht zur Debatte stand", erzählt Wölfle.

Zusätzlich zur entfallenen Testpflicht sind auch bis zu 750 Zuschauer laut der aktuellen Verordnung wieder erlaubt. Die U 13 sowie die C-Juniorinnen des SC Lahr können also auf Unterstützung zählen, wenn sie im Bezirkspokal antreten. Am 19. Juni spielen die Mädchen im Viertelfinale gegen den Zeller FV, die Jungs sind gegen die SG Ohlsbach gefordert. "Vorbereitungsspiele wird es bis dahin wohl nicht mehr geben. Der Verband will uns aber noch informieren, wie es mit dem Spielbetrieb genau ablaufen soll. Da gibt es noch einiges zu besprechen", sagt Wölfle, für den die Lockerungen besonders eines bedeuten: "Endlich ein bisschen Normalität."

Die aktuellen Lockerungen für den Amateursport gelten nur, solange die Inzidenz im Ortenaukreis unter 35 liegt. Liegt sie zwischen 50 und 100 gilt für alle Beteiligten wieder eine Testpflicht. Bei einem Wert von über 100 dürfen sogar nur noch Jugendliche bis 14 Jahre trainieren.

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