Lahr Thriller über eine tödliche Gefahr an den Stränden

Lahrer Zeitung
Der Lahrer Autor Michael Paul hat sein drittes Buch geschrieben. Foto: privat Foto: Lahrer Zeitung

Literatur: Michael Paul stellt seinen neuen Roman "Tabun" vor / Umweltskandal als Thema

Lahr (red/sm). Nach zwei Jahren intensiver Recherche und Schreiben am heimischen Schreibtisch präsentiert der Lahrer Schriftsteller Michael Paul seinen nunmehr dritten Roman. Nach zwei historischen Romanen ist es diesmal ein Thriller um eine blinde ehemalige Oberstaatsanwältin aus Köln.

Der mysteriöse Tod eines Touristen führt die Juristin auf die Insel Rügen, Hauptschauplatz des Romans. Schon bald wird klar, dass die Protagonistin und ihr junger Assistent einem Umweltskandal auf der Spur sind, der in die dunkelste Zeit deutscher Geschichte zurückführt. Tabun ist ein von den Nazis entwickelter, extrem gefährlicher Nervenkampfstoff, der in Abertausenden von Granaten die Ost- und Nordsee langsam, aber sicher verseucht. Noch heute sterben laut dem Autor jedes Jahr ahnungslose Touristen an den Stränden, wenn sie Phosphorklumpen für Bernstein halten und sich dieser dann in ihrer Hosentaschen bei 30 Grad selbst mit 1200 Grad heißem, nicht löschbarem Feuer selbst entzündet. An dem Tabun finden in dem Roman auch Terroristen Interesse.

"Kaum jemand weiß, wie kontaminiert unsere Meere, insbesondere die Ostsee mit Munition, Bomben, Mienen ist, aber insbesondere auch chemischen Kampfstoffen", sagt Paul. "Viele haben gar kein Interesse, dass das groß an die Öffentlichkeit kommt. Schließlich geht es um wichtigen Tourismus, aber auch viel Geld. Wer will da schon eindringlich vor der tödlichen Gefahr für Kinder an den Stränden warnen?", so Paul. Auch beim Bau der deutsch-russischen Pipeline werde der Meeresboden stark aufgewühlt. Mit dem Pipelinebau erfahre auch dieser Roman wieder brisante Aktualität.

"Die Gefahr, die ich in dem Thriller aufgreift, ist real, seine Geschichte ist fiktiv geschickt drumherum gestrickt, wie bei meinen Romanen üblich", so der Autor weiter. Anders sei, dass der Triller zwar einen historischen Bezug hat, aber im Heute spielt. Für seine Protagonistin hat Paul zur Recherche eine Woche "blind" gelebt, mit vielen Blinden gesprochen und viele Techniken erlernt.

Die Buchvorstellung findet am 4. Mai von 10 bis 14 Uhr in der Buchhandlung Schwab statt. Die Premierenlesung ist am 14. Mai ab 19 Uhr im Rahmen der "Orte für Worte"-Reihe im Forum-Kino.

Weitere Informationen: www.michael-paul.eu