Lahr Teilnehmer erleben echte Gastlichkeit

Lahr/Schuttertal - Eine ganze Woche haben insgesamt 125 Teilnehmer "Höhepunkte" auf Schusters Rappen erkundet – so das Motto der gemeinsamen Wanderwoche von Lahrer Zeitung und Schwarzwaldverein. Auch zum Abschluss am Freitag war die Begeisterung groß.

Die achte Wanderwoche endete ebenso wie die sieben vorherigen mit einer Tour hinauf auf die Lahrer Hütte am Geisberg. "Lahrs höchstes Haus" liegt 650 Meter über dem Meeresspiegel und war damit –­ wenn man so will – der "höchste Höhepunkt" der diesjährigen Wanderwoche.

Zehneinhalb Kilometer hatte die muntere Truppe um Wanderführer Helmut Stingl am Freitag bereits in den Beinen, als sie um die Mittagszeit das schmucke Heim des Schwarzwaldvereins erreichten, wo sie von Hildegard und Reinhold Rees erwartet wurden. Die Hüttenwarte hatten um 10 Uhr zehn Kilo Fleischkäse in den Ofen geschoben, dazu gab’s leckeren Kartoffelsalat, Gurkenscheiben und kühle Getränke. Wie an jedem anderen Tag der Wanderwoche versorgten auch Martin Kiefer und Klaus-Dieter Schönhofer von der Lahrer Zeitung die Wanderer mit Erfrischungen.

Die Pause auf der schattigen Terrasse hatten sich die Teilnehmer redlich verdient. Sie wurde auch dazu genutzt, um zurückzublicken auf eine erlebnisreiche Woche, waren doch die meisten Teilnehmer an mehreren Tagen mitgewandert. "Man kann gute Gespräche führen, es ist immer eine nette Gemeinschaft. Und man sieht viel Neues", hob zum Beispiel Ingrid Wurth hervor, während sie sich ihr Vesper schmecken ließ. "Es war super", zog auch Stingl eine mehr als positive Bilanz. Der erfahrene Wanderführer des Schwarzwaldvereins hatte die Wanderwoche nun zum vierten Mal organisiert und wieder abwechslungsreiche Touren zusammengestellt, die den Teilnehmern viel Spaß bereitet haben – so der Tenor der Gespräche am Freitag.

Die Wanderer genossen die Atmosphäre an der Lahrer Hütte, von der auch Reinhold Rees schwärmte: "Hier oben ist es einfach traumhaft. Die Landschaft ist schön, und man trifft immer nette Leute." Wer all das selbst einmal erleben möchte: Die Lahrer Hütte ist samstags von 12 Uhr bis sonntags 17 Uhr geöffnet – und zwar an jedem Wochenende.

Erste Station des Tages ist am Vormittag der Jägertoni­hof in Dörlinbach gewesen – bereits dort erlebten die Wanderer echte Gastlichkeit, wurden sie doch von Inhaberfamilie Kopf mit Speck-, Schinken- und Käsebrötchen sowie mit Pfefferminztee empfangen – alles aus eigener Produktion. Isolde Kopf hatte die Pfefferminzblätter eigens am Tag zuvor geerntet, erzählte sie den Wanderern, die sich die kühle Köstlichkeit munden ließen.

Alfred und Isolde Kopf betreiben ihren 45 Hektar großen Hof im Vollerwerb. Der zertifizierte Biolandbetrieb verfügt über einen Hofladen für die Direktvermarktung seiner Produkte, einen Gewölbekeller für gebuchte Veranstaltungen, ein Back- und Brennhaus, einen geräumigen Stall und eine historische Getreidemühle. Alfred Kopf führte den Wanderern die Getreidemühle vor, die noch voll funktionsfähig ist. Neben dem Mahlwerk und einer Gerstenstampfer treibt das Wasserrad mit einer Transmissionsanlage auch einen Generator an. Im zweiten Stock der Jägertoni-Mühle befindet sich ein Werkraum, in dem Sohn Josef Kopf den Besuchern altes Schwarzwälder Handwerk demonstrierte, etwa Besenbinden oder Drechseln.

Auch den Stall des Traditionshofs durften die interessierten Gäste betreten, der insgesamt rund 100 Rinder hält. Man lege Wert auf artgerechte Haltung, betonte Alfred Kopf, der nicht verhehlte, dass die Hitzewelle für Probleme sorgt: Die Rinder seien zurzeit auf mehrere Weidegebiete verteilt, auf denen aber das Wasser knapp werde. "Wenn sich das Wetter in den nächsten 14 Tagen nicht ändert, müssen wir einige Rinder zurück in den Stall holen", teilte Kopf mit.

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