Lahr Technischer Ausschuss: Wohnprojekt kommt voran

So soll der 11 000 Quadratmeter großer Bereich auf dem Zeit-Areal aussehen, das das Architekturbüros Wilhelm aus Achern entwickeln will. Unter anderem sollen die historischen Gebäude baulich miteinander verbunden und ein attraktiver Innenhof geschaffen werden. Grafik: Büro Wilhelm

Lahr - Ein weiterer Schritt zu neuen Wohnungen auf dem Roth-Händle-Gelände ist getan: Das Areal soll ein Sanierungsgebiet werden. Das ist die Voraussetzung dafür, dass die Firma Wilhelm aus Achern dort bis zu 70 Wohnungen schaffen kann.

Damit soll die Umnutzung des mehr als 30 000 Quadratmeter großen Areals fortgesetzt werden, mit der Investor Eckehard Ficht 2010 begonnen hat: Seit diesem Zeitpunkt haben sich auf dem früheren Industrieareal mehr als 20 Betriebe angesiedelt. Mehrere Gebäude stehen jedoch noch leer. Wie berichtet, hat sich Ficht die Firma Wilhelm Architektur aus Achern ins Boot geholt, um eine neue Nutzung zu finden. Das Familienunternehmen hat ein 11 000 Quadratmeter großes Gelände im nordwestlichen Bereich des Zeit-Areals erworben, das zwischen der Werderstraße und der Straße Industriehof liegt.

Vorgesehen ist, Gebäude, die bis jetzt für sich allein stehen, baulich zu verbinden, sodass daraus ein Ensemble wird. 60 bis 70 Wohnungen sollen entstehen, auch Büros sind geplant. Die Firma Wilhelm denkt auch an ein betreutes Wohnen und eine Tagespflege. Die Sozialwohnungsquote von 20 Prozent wird erfüllt. Die aus der Kaiserzeit stammenden Sandsteingebäude und die alten Bäume auf dem Areal stehen unter Denkmalschutz.

Um ein Sanierungsgebiet festlegen zu können, hatte der Gemeinderat im April vorbereitende Maßnahmen in Auftrag gegeben. Das Ergebnis fällt eindeutig aus: Die Firma Kommunale Stadterneuerung hat unter anderem eine schlechte bauliche Beschaffenheit von Gebäuden – unter anderem der ehemaligen Kantine – sowie Schwächen bei Straßenraumgestaltung, der Parkraumsituation sowie bei den Gehwegen festgestellt.

In einem Sanierungsgebiet sollen private Eigentümer dazu ermutigt werden, ihre Gebäude umfassend zu sanieren. Schon jetzt steht laut Stadt fest, dass mehrere Grundstückseigentümer davon Gebrauch machen können: Die Rede ist von etwa zwölf privaten Maßnahmen in den nächsten zehn Jahren, die meisten im Industriehof, aber auch in der Tramplerstraße und der Johann-Sebastian-Bach Straße. Zuschüsse gibt es in diesem Fall nicht, dafür steuerliche Vorteile. Das Sanierungsgebiet "Roth-Händle-Areal" verläuft entlang der Trampler- und Werderstraße.

Die Sprecher aller Fraktionen begrüßten am Mittwoch im Technischen Ausschuss das Projekt der Firma Wilhelm. Klaus Schwarzwälder (Freie Wähler), Walter Caroli (SPD) und Ilona Rompel wiesen jedoch darauf hin, dass das Problem des Parkraums gelöst werden müsse – notwendig sei deshalb eine Tiefgarage, um die Grünflächen auf dem Areal nicht zu beeinträchtigen. "Der ÖPNV muss deutlich verbessert werden", forderte Dorothee Granderath (Grüne).

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