Lahr Tanz an ungewöhnlichen Orten

Tänzerische Gesten, die verzaubern und verwundern, boten die Akteure der Tanzkompagnie. Foto: Haberer

Lahr - Mit zwei Aufführungen hat die Tanzkompanie "Szene Zwei" ihr "Rapunzel-Projekts" abgeschlossen. Als Zugabe gab es bei der Seniorenwohngemeinschaft "Stadtblick" ein kleines Konzert mit dem Duo "The Knifey Forky".

Rapunzel-Projekt knüpft an Sternschuppen-Projekt an 

Das Publikum versammelte sich am Samstagnachmittag bei den Aufführungen im interkulturellen Gartens auf dem LGS-Gelände und im Industriehof. Zufällig vorbeikommende Passanten blieben stehen und verfolgten das Geschehen. Das moderne Tanztheater hat die in Zeiten von Corona ohnehin weitgehend verwaisten Tempel der Kultur ganz bewusst verlassen und dabei poetische Impulse im Alltag der Menschen platziert. Mit dem "Rapunzel-Projekt" knüpfte die inklusive Tanzkompanie an das Projekt an, das im vergangenen Jahr mit dem Sternschnuppen-Projektpreis ausgezeichnet worden war.

Es waren tänzerische Gesten, die verzaubern und verwundern, choreographische Fragmente, die mit wenig Aufwand in einem Garten, einer Grünanlage oder, wie bei vergangenen Aufführungen, auf einem Platz, in einem Innenhof, einer Lichtung am Waldrand inszeniert wurden. Der letzte Auftritt bei der Seniorenwohngemeinschaft "Stadtblick" im Industriehof mündete in ein kleines Konzert mit dem deutsch-amerikanischen Folkduo "The Knifey Forky", das für Stimmung auf den Balkonen der Wohnanlage sorgte.

Förderung mit 26.000 Euro

Die von Timo Gmeiner und William Sánchez H. geleitete Tanzkompanie mit Sitz in Lahr hat das Projekt durch Workshop auf dem Braunberg bei Oppenau und in Lahr vorbereitet. Es gab digitale Workshops für die weit verstreut lebenden Tänzer und Tänzerinnen, Trainingsblöcke mit integrierter Quarantäne in der Wohngemeinschaft des Ensembles und Aufenthalte auf dem Braunberg.

Das Ganze wurde vom Land mit 26 000 Euro aus dem Programm "Kultursommer 2020" gefördert, die indirekt auch einem neuen Pilotprojekt zugute gekommen sind. Drei Monate lang waren die Lahrer Werkstätten geschlossen, das Tanztraining von Ricarda, Jörg, Matthieu und Deborah konnte deshalb sogar ausgeweitet werden. Die vier Ensemblemitglieder mit Handicap sind deutschlandweit die ersten, die abseits des universitären Betriebs in den Genuss einer fünfjährigen Tanzausbildung mit anerkanntem Abschluss kommen.

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