Lahr Taktgefühl in bunter Pracht

Lahr - Der "Tag des Tanzes" hat am Sonntag auf drei Bühnen stattgefunden. Otto Fehrenbacher, Sternekoch des Gasthauses Adler in Reichenbach, hat derweil die zweite Ausstellung auf der Landesgartenschau eröffnet, bei der sich alles um Genuss dreht.

 

Daher heißt die neue Ausstellung, die für die nächsten 14 Tage in der Halle im Bürgerpark zu sehen ist, auch "Von den Genüssen". Die Überlegung, "was esse ich" und vor allem "wie esse ich", sorge für eine ganz andere Wertschätzung, sagte Fehrenbacher bei der Eröffnung und fasste zusammen, was Genuss in der Küche und beim Essen bedeute. Ein guter Fisch könne auch bei einem weniger guten Koch schmecken. Ein nicht schmeckender Fisch missrate dagegen jedem Küchenchef. Deshalb sei es in seinem Beruf wichtig, Kartoffel und Hummer gleichwertig zu behandeln. Sein Fazit: Genießen sollte gelernt sein.

Ulrike Karl, eine der LGS-Geschäftsführerinnen, sagte: "Ich wusste gar nicht, was man mit Auberginen alles machen kann." Gemeint war die neue Dekoration aus Blumen- und Pflanzenarrangements in der Halle. Dass Blumen duften, ist kein Geheimnis und auch in den weitläufigen Parks der Gartenschau seit Wochen zu riechen. Das gute Dutzend Aussteller setzt aber in den kommenden Wochen noch eins drauf: Die Pflanzen stecken in Gefäßen, die aus Zuckerwürfeln, Sonnenblumenkernen oder Kaffeebohnen bestehen. Daneben gibt es Arrangements aus Papier oder alten Büchern, die ebenfalls einen ganz charakteristischen Geruch haben. Und aus Vinyl: Eine Sammlung Schallplatten wurde "geschmacklich recht interessant" zweckentfremdet. Die Decke des Hallenteils ist zudem übersät mit Hunderten Regenschirmen, die verkehrt herum hängen.

Doch auch außerhalb der Halle gab es am Sonntag Besonderes zu erleben: beim "Tag des Tanzes". Ensembles waren auf allen Bühnen zu sehen – und auch abseits. So war eine Rokoko-Gruppe, die aus Biberach an der Riß angereist war, beim Vicus eigentlich noch am Proben. Die Musik und die französischen Kommandos lockten aber etliche Besucher an. Zugegeben: Die prächtigen Kostüme waren auch nicht zu übersehen.

Zur selben Zeit zeigten gerade die "Eleven" der "Meineke Academie" aus Schmieheim ihre anmutigen Tänze. Der Beifall war den Mädchen und jungen Frauen genauso sicher wie den Damen und Herren der Rokoko-Gruppe, die ihre etwas steif wirkenden Tänze vorführten. Die Krinolinen, also die Reifröcke aus Fischgräten, die die Tänzerinnen trugen, seien dafür allerdings als Entschuldigung erlaubt.

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