Lahr "Süßes Löchle" bald Museum

LZ-Leser durften bei unserer Exklusiv-Aktion hinter die Kulissen des Cafés "Süßes Löchle" blicken. Hier erklärt Adelheid Wagner (vorne rechts), wie man in früheren Jahrzehnten in der alten Backstube Kuchen und Pralinen herstellte. Foto: Braun Foto: Lahrer Zeitung

Das historische Café "Süßes Löchle" soll in Zukunft zu einem Museum für Kaffeekultur werden. Das erfuhren Leser einer exklusiven Tour der Lahrer Zeitung von Café-Chefin Adelheid Wagner.

Lahr. "Wir haben hier so viele interessante Ausstellungsgegenstände rund um die Kaffee-Kultur, da würde es sich wirklich anbieten, aus unserem Café ein Museum zu machen", erklärte Adelheid Wagner einem Dutzend Gästen unserer Zeitung. Bei einer Verlosung hatten diese Leser Glück gehabt und Plätze für die Aktion "Lahrer Zeitung exklusiv" gewonnen gehabt. Es hatten sich viel mehr Abonnenten für das "Süße Löchle" interessiert und beworben gehabt. Teilweise sind sehenswerte Konditorei-Utensilien vergangener Jahrhunderte schon in Glasvitrinen ausgestellt. Vor allem auch die historische Backstube wäre buchstäblich museumsreif.

Adelheid Wagner führte die Lesergruppe durch das ganze Haus. "Unser Gebäude ist innen und außen denkmalgeschützt. Wir dürfen nichts ohne Zustimmung der Behörden verändern", erläuterte die Inhaberin. Die Gäste erlebten bei diesem Rundgang, wie viel Aufwand, Kraft und Geld das Ehepaar Wagner in das historische Gebäude gesteckt hat, bevor es umfassend saniert wieder öffnete.

Auf allen Etagen des Hauses war kräftig Einsatz nötig. "Teilweise lag da viel, viel Müll herum, der aufwändig aus dem Gebäude geschafft werden musste", sagte Heidi Wagner. Dass sich dieser Aufwand gelohnt hat, bestätigten die lobenden Worte der LZ-Gäste. Vor allem auch in den Etagen des Hauses, in denen sich einst die Wohnung der früheren Café-Familie befand und die sonst für Besucher nie zugänglich waren, mussten Wagners viel sanieren.

Weshalb das "Süße Löchle" diesen ungewöhnlichen Namen trage? Dazu hatte Besitzerin Heidi Wagner folgende Erklärung parat: Das Haus sei in der Tiefe sehr lang gezogen und deshalb regelrecht ein Loch – und wegen der Konditorei eben ein süßes.

Geschichten gebe es über das Café reichlich. "Wir sammeln sie gerade und freuen uns, wenn wir noch weitere Anekdoten zu unserem Kaffeehaus bekommen", verriet Besitzerin Adelheid Wagner. Oft würden in persönlichen Gesprächen nette Begebenheiten längst vergangener Jahrzehnte wieder lebendig werden.

Die Gästegruppe unserer Zeitung staunte auch über den neu gewonnenen Innenhof des Cafés, der sich an den klassischen Gastraum anschließt. "Hier waren früher Vorräte gelagert und ließen keinen Platz für Außenbewirtung zu. Das haben wir neu sortiert, die Vorräte im Keller und den schönen Innenhof nun als zusätzliche Fläche zur Verfügung", sagte Adelheid Wagner.

Im Café "Süßes Löchle" trafen sich unter anderem auch Schulschwänzer, die keine Lust auf Unterricht hatten, weiß Inhaberin Heidi Wagner aus Schilderungen vieler Gäste. Eine Leserin aus Kippenheim konnte das bei der LZ-Tour bestätigen: "Wir saßen hier statt im Unterricht. Plötzlich kam dann unsere Lehrerin herein und hat uns entdeckt. Das war wirklich nicht angenehm", erinnerte sich die Kippenheimerin schmunzelnd.

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