Lahr »Sabine« zeigt sich gnädig

Lahr/Ortenau – Sturmtief »Sabine« hat auch in Lahr und der Umgebung seine Spuren hinterlassen: Zahlreiche Schüler blieben am Montag zu Hause. Auch viele Pendler waren am Montag von den Orkanböen betroffen.

 Besonders stark hat der Sturm in Allmannsweier zugeschlagen, wo Kinder notdürftig aus einem Kindergarten in eine Sporthalle gebracht werden mussten. Auch der Schulbetrieb wurde durch das Unwetter gestört. In vielen Einrichtungen blieben Schüler zu Hause. Die LZ informiert über die wichtigsten Geschehnisse im Überblick.

> Schulen: Am Sonntagabend teilte das Kultusministerium mit, »dass Eltern entscheiden können, ob der Schulweg für ihre Kinder zumutbar ist«. Die, die zu Hause blieben, mussten sich abmelden. An den Lahrer Schulen waren die Rektoren mit der Präsenz ihrer Schüler zufrieden. Einzig die Freie Evangelische Schule Lahr hatte aufgrund des Sturms komplett geschlossen. Schulleiter Christoph Bohn vom Max-Planck-Gymnasium schätzte, dass ungefähr 70 bis 75 Prozent der Schüler anwesend waren. Am Clara-Schumann-Gymnasium war der Ausfall laut Schulleiter Joachim Rohrer marginal. Betroffen waren vor allem Schüler aus Schweighausen und Schuttertal. Eine eindeutigere Formulierung seitens des Kultusministeriums hätte sich Sabine Rühtz, Schulleiterin vom Scheffel-Gymnasium, gewünscht. Entweder sollten alle Kinder zu Hause bleiben, oder alle sollten kommen. »Ein Drittel war nicht da«, so Rühtz.

> Reisende: Eine große Portion Nervenstärke mussten Pendler und Reisende am Montag mitbringen. »Seit zwei Stunden sitzen wir hier fest«, berichtete die Lahrerin Petra Morten am Mittag. Informationen gebe es zwar, aber wann es am Montag weitergehen sollte, das wusste sie nicht. Herumliegende Bäume hätten die Abfahrt verzögert, so Morten. Im ÖPNV habe es am Montagmittag dagegen keine größere Probleme mehr gegeben, wie etwa das Beispiel der Lahrerin Jessica Fabrizius zeigt: Sie musste um mittags mit dem Bus zur Arbeit nach Friesenheim. Von Verspätungen oder Problemen sei ihr nichts bekannt. »Der Bus fährt planmäßig«.

> Stadtpark: »Es hätte schlimmer sein können«, fasste Parkaufseher Bodo Wiegand die Sturmschäden am Montagmittag zusammen. Einige Gärtner waren gestern bereits mit Aufräumarbeiten beschäftigt. Ob der Stadtpark am heutigen Dienstag aufmachen wird, das wusste Wiegand bis Redaktionsschluss noch nicht. Neben abgefallenen Ästen und Zweigen sei der größte Verlust ein in der Nacht abgebrochener Baum gewesen.


> Ampelsystem: Eine Ampel ist in der Nacht von Sonntag auf Montag an der Ecke Tramplerstraße/Werderstraße/Alte Bahnhofstraße am Warteck ausgefallen. Ob der Sturm »Sabine» dafür verantwortlich gewesen sei, konnte ein Mitarbeiter der Firma Stührenberg nicht sagen. Der Verkehr war von Mitternacht bis in die Mittagsstunden davon betroffen.

> Flugplatz: Der Betrieb auf dem Lahrer Flughafen blieb größtenteils unbeeinträchtigt. »Größere Geschäftsflieger starteten und landeten wie gewohnt. Die Piloten der kleineren Privatflieger haben entschieden, bei diesem Sturm nicht zu starten«, so Frank Becker vom Flugplatz. Grundsätzlich würden die Verantwortung und die Entscheidung zum Abheben aber bei den Piloten liegen.

> Feuerwehr: Die Feuerwehr Ettenheim hatte Glück: Sie musste bis gestern Nachmittag nicht wegen Sturmschäden ausrücken, wie Kommandant Jürgen Rauer mitteilte. »Vielleicht haben wir so gute Bäume«, sagte er. Auch die Feuerwehr Lahr wurde bis Montagnachmittag zu drei Einsätzen gerufen. Dabei mussten zwei Bäume und ein dicker Ast weggeräumt werden.


> Keine Aufregung beim BGL: Von einem ganz normalen Arbeitstag konnte der Bau- und Gartenbetrieb berichten, der lediglich »etwas durch den Sturm bestimmt war«, heißt es aus der Pressestelle. Zwar mussten kleinere Bäume weggeräumt werden, aber »›Sabine‹ hat uns nichts Außergewöhnliches beschert. Es war ein normales Sturmereignis«, hieß es am Montag.


>  Zahlreiche Straßen gesperrt: Aufgrund des Sturms waren die B 415 auf dem Schönberg und die L 102 beim Geisberg bis zum späten Nachmittag gesperrt. Im Bereich Achern wurden drei Straßen bis Dienstagmorgen gesperrt.

Mittlerweile sind alle Straßen  wieder für den Verkehr geöffnet worden.
Die Integrierte Leitstelle Ortenau meldet im Zusammenhang mit dem Sturmtief „Sabine“ rund 230 Einsätze von Sonntag bis heute Vormittag, 34 Gemeindefeuerwehren waren dabei im Einsatz. Bei den Schäden handelte es sich hauptsächlich um umgeknickte Bäume auf Straßen und Gleise, beschädigte Ober- und Freileitungen sowie um teilweise abgedeckte Hausdächer und herabfallende Ziegel. Menschen wurden nicht verletzt.



> Rulantica kurzzeitig beeinträchtigt: Der Außenbereich des Spaß-Bads wurde während des Unwetters vorübergehend geschlossen. Weder im Europa-Park noch in Rulantica kam es zu Schäden.

> Wald: Keine größeren Schäden hat »Sabine« in den Wäldern im Kreis verursacht, erklärte Amtsleiter Hans-Georg Pfüller. 20 000 bis 25 000 Festmeter Sturmholz seien umgeweht worden. Aktuell seien Baumstämme unter Spannung, warnt er. Bei Aufräumarbeiten sei für Waldbesitzer daher höchste Vorsicht geboten.


> Stromausfälle: Betroffen war vereinzelt das Kinzigtal. In Lahr gab es keine Vorfälle.

> Sturmschäden im Kinzigtal:

Gegen 7 Uhr am Montagmorgen löste sich in Hausach im Industriegebiet Hausach ein 10m² großes Firmen-Blechdach. Die Feuerwehr ist zur Absicherung vor Ort. Der Bahnverkehr ist vorübergehend auf Grund des Sturms stillgelegt.

Bauschilder und mobile Verkehrrschilder sind am frühen Montagmorgein Haslach bei der Baustelle vom Stadthotel Hansjakob umgekippt. Die Baufirma Eble kümmert sich um das Wiederaufstellen und die bessere Sicherung der Absperrgitter und Verkehrsschilder
Direkt neben der Carl-Sandhas-Schule in Haslach hat sich ein großer Baum am frühen Montagmorgen entwurzelt und ist auf einen Fußgängerweg gestürzt. Wäre er auf die andere Seite umgestürzt, wäre er mitten auf dem Pausenhof gelandet.

> Sattelzug stürzt um: Das Sturmtief "Sabine" dürfte nach bisherigen Feststellungen  am Montagmorgen dafür verantwortlich gewesen sein, dass im Kreisverkehr der L 67 zur K 3715 ein Sattelzug umgestürzt ist. Dies teilt die Polizei mit. Eine heftige Sturmböe hatte das  unbeladene Schwergewicht kurz vor 8 Uhr erfasst und es zum Kippen gebracht. Der  Fahrer trug h leichte Verletzungen davon und musste mit einem Rettungswagen in ein umliegendes Krankenhaus gebracht werden. Aus der Sattelzugmaschine sind Betriebsstoffe ausgelaufen, sodass Einsatzkräfte der  Feuerwehr eine Ölsperre errichten mussten. Vertreter des Umweltamtes waren vor 
Ort. Die L 67 ist aktuell aufgrund der bevorstehenden Bergungsarbeiten bis auf  Weiteres gesperrt. Der Sachschaden dürfte nach ersten Schätzungen im Bereich von
etwa 100.000 Euro liegen.
 

> Kita-Dach wird in Allmannsweier beschädigt: Ganz normal hatte der Kindergartentag für 50 Kinder in Allmannsweier angefangen. Doch auf einmal hatte etwas auf dem Dach "geknattert". Der Sturm hatte Platten im Dach gelöst. Die Feuerwehr entschied deshalb die Kinder zu evakuieren. Derzeit werden sie in der Sporthalle betreut.

> Feuerwehr rückt zu Grundschule aus: Heute Morgen um sieben Uhr musste die Freiwillige Feuerwehr Schwanau zur Ludwig-Frank-Grundschule Nonnenweier ausrücken, weil dort ein Baum umgefallen war. Zur Beseitigung sei schweres Gerät notwendig, weswegen die Einsatzkräfte den Sturm abwarten und das Geäst erst danach beseitigen können, so Bernd Leppert, Kommandant der Feuerwehr Schwanau. Sonst habe es einige Ziegelschäden an gemeindeeigenen Gebäuden gegeben, die von Mitarbeitern des Bauhofs beseitigt wurden.

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