Lahr Starkregen lässt Ortenauer Klubs kalt

Erfahrung mit schlechten Platzverhältnissen hat der Landesligist FV Langenwinkel (in Rot). Der Platz des Aufsteigers ist bei Regen oft nahezu unbespielbar. Groß ist daher die Freude beim FVL, dass man am Wochenende auswärts ran darf. Archivbild: Künstle Foto: Lahrer Zeitung

Dauerregen sorgte in der Ortenau für überflutete Keller und Straßen. Doch der Sportbetrieb am kommenden Wochenende ist laut Einschätzungen der Trainer der Region nicht gefährdet – auch wenn sie im Training improvisieren müssen.

Wenn ein Trainer als Regenexperte gelten kann, dann ist es mit Sicherheit Davor Sikanja. Der Coach des Landesliga-Aufsteigers ist es aufgrund der mauen Platzverhältnisse in Langenwinkel gewohnt, zu improvisieren. Unzählige Male hatte der FVL-Tross bereits in den letzten Jahren auf andere Fußballplätze in der Ortenau ausweichen müssen. Und auch dieses Mal hat der Langenwinkler Übungsleiter mit Blick auf den Dauerregen der letzten Stunden eine unkomplizierte Lösung parat, um seine Spieler auf die anstehende Begegnung am Sonntag beim VfB Bühl vorzubereiten: "Wir gehen in Lahr in die Soccerhalle", erklärte Sikanja am Dienstagnachmittag im Gespräch mit unserer Zeitung seine Pläne für das Abendtraining. "Ansonsten können die Jungs auch alternativ draußen ein wenig laufen", hat der FVL-Coach sogar noch einen Plan C in der Hinterhand.

Dass die Partie beim Tabellenachten Bühl am Sonntag aufgrund der Regenmassen nicht stattfinden könnte, befürchtet Sikanja indes nicht: "Wir werden sehen, was passiert. Allerdings soll am Wochenende das Wetter ja schon wieder deutlich besser sein. Und außerdem hat der Rasenplatz in Bühl eine sehr gute Drainage", freut sich der Trainer, dass die Partie nicht in Langenwinkel, sondern auswärts stattfindet: "Da dürfte eigentlich nicht viel schiefgehen."

Für den Trainer des A-Kreisligisten SV Rust, Reiner Heitz, käme eine Laufeinheit als Ersatz für ein anständiges Training im Gegensatz zu seinem Langenwinkler Kollegen Sikanja allerdings nicht infrage: "Mit Joggen motiviert man heute keinen Spieler mehr", sagt Heitz, der trotz des bescheidenen Wetters mit seinem Team im Saisonendspurt alles geben will, um doch noch die Meisterschaft einzufahren: "Ich sehe das entspannt. Wir gehen heute Abend raus auf den Platz und versuchen, ordentlich zu trainieren", sagte der Ruster Trainer am Dienstag. "Und wenn alle Stricke reißen, müssen wir das Training halt auf den nächsten Tag verschieben."

Nicht betroffen von dem plötzlichen Regenmassen am Montagabend war dagegen ein paar Kilometer weiter der Verbandsligist SC Lahr. Der Sportclub war beim überragenden 5:2-Erfolg am vergangenen Wochenende gegen das hochgehandelte Team aus Radolfzell zum siebten Mal hintereinander ungeschlagen geblieben. Dementsprechend zeigte sich SC-Trainer Oliver Dewes in Gönnerlaune und genehmigte seinen Mannen am Montag einen trainingsfreien Abend. "Das haben sich die Spieler nach den starken Leistungen der letzten Wochen voll und ganz verdient", erläutert Dewes seine Maßnahme. "Außerdem würde man so kurz vor dem Saisonende sowieso nichts neues mehr trainieren lassen."

Beim Tennis drohen in unteren Ligen Absagen

In den nächsten Tagen wird Dewes im Training allerdings aufgrund des Wetters vom gewohnten Rasen auf den nahe gelegenen Kunstrasenplatz ausweichen müssen: "Das geht leider nicht anders, auch wenn wir natürlich lieber auf Rasen trainiert hätten." Dem Lahrer Coach ist dabei nicht bange, dass das Derby am Freitag gegen Kehl an der heimischen Dammenmühle vom Wettergott gestoppt werden könnte: "Dem Spiel steht nichts im Wege. Da freuen wir uns schon richtig drauf. Und wenn wir nass werden, kümmert uns Fußballer das nicht."

Wesentlich empfindlicher was Regen angeht, sind unterdessen Tennisspieler. Denn schon bei einem ein bisschen nassen Sandplatz herrscht Ausrutsch- und damit Verletzungsgefahr für die Spieler. Und auch den Plätzen würde ein Spiel bei Regen nicht wirklich guttun. Hernan Valenzuela, Trainer der TSG Lahr/Emmendingen, blickt dennoch ganz entspannt auf die Spiele am Wochenende. "Das Wetter soll ja auch wieder besser werden am Sonntag", sagt er. Und sollte es dennoch regnen, würde zumindest das Oberliga-Spiel der Männer gegen Konstanz stattfinden – zur Not in der Halle. "In der Oberliga darf man nicht absagen, das würde Strafe kosten", erklärt Valenzuela. Daher müsse man bei jedem Spiel zeitgleich auch die Halle reservieren, um bei Wetterkapriolen auf der sicheren Seite zu sein. "Außerdem brauchen Plätze nur ein paar Stunden, um trocken zu werden." Ein regnerischer Samstag wäre also für Sonntag kein Problem.

Das ein oder andere Training bei der TSG könnte jedoch unter der Woche buchstäblich ins Wasser fallen, die Kapazitäten der Halle sind dafür nicht ausgelegt. Und auch den Spielen in den Ligen unterhalb der Oberliga droht bei Regen eine Absage inklusive Nachholtermin. Große Sorgen macht sich Valenzuela deshalb jedoch nicht. "So ist es halt", hat er eine pragmatische Einstellung.

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